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Some money, no time?
Ob's was nützt?
Wie...?
Don't make me think?
Für welche Taxonomie soll ich mich entscheiden?
Was nutzen denn nun QR-Codes?
Is there a compact list of "Mobile UX Dos and Don'ts"?
Aus welchen Elementen besteht ein redaktioneller Artikel?
Hat dir Google das Schenken verdorben?
Warum testen, wir haben doch Experten engagiert?
Onepager sind in Mode gekommen?
Wie weit fliegt die Fly-Out Navi?
Passt das modal?
Negativbeispiel gefällig?
Kann die Konzeptions-/Kreationsphase gemeinsam mit der Softwareentwicklung agil durchgeführt werden?
Wer zittert auch?
Technisch machbar - für wen?
Die letzten, die auf den Zug mit mobile Websites aufspringen?
What to do with basic research data?
Wofür braucht es Flash denn noch?





Impressum:

www.u-uu.de

c/o Frank Gürgens
(Senior Konzepter | Information Architect | Informationsarchitekt | UX Designer | User Experience Designer | IxDesigner | Freelancer | Berlin)

Kontakt & Feedback:

 

Internet | Konzeption | Blog

Fragen über Fragen zu Web-Konzeption, User Experience Design und Informationsarchitektur

 







Wofür braucht es Flash denn noch?

Für Evangelisten und Pragmatiker - 20.11.2014, 16:45

Tags: Coole Site | Mode | Effizienz | UX | Time to market


Flash sollte nicht mehr verwendet werden, hauptsächlich, weil es auf mobilen Geräten nicht läuft. Warum werden aber so viele aufwendige HTML5-Onepager mit Parallaxscrolling und anderen Effekten erzeugt, die alle auf Tablets auch nicht laufen? Gibt es hier eine andere Argumentation?

Wenn ein Projekt mit aufwändigen Animationen und Transitions (z. B. ein Konfigurator) schnell realisiert werden soll, sollte man, bevor man HTML5 programmiert und für viele Browser aufwändig anpasst, lieber schnell einen Flash-Prototypen bauen und damit für Desktops live gehen. Flash-Websites kann man relativ kurzfristig erzeugen und gut iterativ verbessern (wenn man noch einen Entwickler findet). Danach kann man sich überlegen, ob man die gleiche Funktionalität in HTML5 nachbauen will/kann und dann die Flash-Lösung ablöst oder ob man für Tablets und Smartphones eine Low-Fi HTML Variante ohne viele Animationen zur Verfügung stellt und für Desktops bei Flash bleibt. Das wäre nicht der Weg der Evangelisten, sondern der der Pragmatiker.

Einige wenige Onepager laufen übrigens auch auf Tablets:

kennedyandoswald.com
beautyofbrewing.com


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Die letzten, die auf den Zug mit mobile Websites aufspringen?

Konsistenz im mobile Web bei Apple - 01.10.2014, 22:25

Tags: Ärgernis | Enttäuschung | GUI | UX


Apples Produktwebsites unterhalb der Navigation von apple.com waren schon immer unterschiedlich und uneinheitlich aufgebaut. Mobile Webseiten gab es nicht - das hat sich nun teilweise geändert und mobil zu einem konfus wirkenden Webauftritt geführt. Der Store wechselt komplett die eigentlich mobile Hauptnavigation aus, die Auftritte von Mac, iPad und iPod sind alt, Apple Watch, iPhone und Support sind mobile-optimiert bzw. teilresponsiv. Bei einem Wechsel von Portrait in Landscape und zurück kann die Second Level Navigation nicht mehr gescrollt werden und wird dadurch unbenutzbar. Zustände, die für einen Mittelständler mit minimalem Budget fürs mobile Web nicht schön, für Apple aber eher erbärmlich sind. Wenigstens auf den ersten beiden Ebenen sollte ein einheitliches Look&Feel zu schaffen sein oder man trennt die Websites eben komplett auf und lässt sie in separaten Browser-Tabs laufen - dann drängt sich wenigstens die Uneinheitlichkeit nicht so auf.

Die neue iPhone Website ist jetzt teilresponsiv und recht gelungen. Es gibt anscheinend keine Viewport-Responsivität aber eine Geräteweiche mit eigenen Templates für Geräte, die kleiner als Tablets sind. Witziger weise ist sie auf der "iPhones vergleichen"-Unterseite nicht fürs 5s im Landscape-Modus optimiert (etwas zu breit). Mit einem iPhone 6 kann ich leider noch nichts kontrollieren. Im Portrait-Modus ändert sich wenig und man muss auf der Produktvergleichsseite viel horizontal scrollen. Macht aber nichts, funktioniert gut und wirkt besser, als hätte man, wie sonst oft üblich, versucht, alles untereinander darzustellen. Günstig wäre allerdings gewesen, gerade in der Portrait-Nutzung im Produktvergleich sticky Hinweise anzubringen, in welcher Produktspalte sich der Viewport beim horizontalen Scrollen gerade befindet.


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What to do with basic research data?

To gather or not to gather data - 28.09.2014, 12:00

Tags: Ärgernis | Arbeitsalltag | Produktmanagement | Realsatire


You don't need no basic research data if you are not able or have no time to interpret it, if you don't want to create conclusions out of your interpretations or if you don't can or are willing to react to your conclusions.


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Technisch machbar - für wen?

"Know your receiver" (alte Ultimate Frisbee Weisheit) - 24.09.2014, 22:28

Tags: Arbeitsalltag | Konzeptionstugenden | Qualitätssicherung | Teamwork


Es nützt nichts, beim Konzipieren von Frontend und GUI nur die technische Machbarkeit zu berücksichtigen - was schon schwer genug ist. Wichtig ist auch, die Fähigkeiten und Vorlieben des spezifischen Entwicklers zu kennen, der die Realisierung übernehmen wird. Ihm oder ihr unbekannte Technologien und Effekte aus der Spezifikation werden sonst wahrscheinlich später im besten Fall "ähnlich" umgesetzt. Ein weiterer Grund, warum UX Design und UI-Entwicklung besonders gut im Team gelingen.


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Wer zittert auch?

CTR-Realitäten - 17.09.2014, 10:03

Tags: E-Commerce | Irrtümer | Kosten | Online Marketing | Statistik


Beim allgemeinen Bestürzen darüber, dass die durchschnittliche CTR von Display Ads innerhalb von 10 Jahren von ca. 0,5% auf unter 0,1% gesunken ist, vermisse ich meist die Berücksichtigung der unbeabsichtigten Clicks. Bei mir sind das wahrscheinlich 90% (Wurstfinger oder Tatter). Sich ungewollt öffnende Fenster oder Tabs schaffe ich meist schon zu schließen, bevor der erste Content zu sehen ist. Wenn das auch für andere Menschen zutrifft, liegt die "echte" CTR für Bannerwerbung ja ehrlicherweise bei weniger als 0,01%. Also kaum ein absichtlicher Besucher pro 10.000 Impressions. Ein Glück für die Werbeportale, dass der Trend weg vom Cost-per-Click geht.


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Kann die Konzeptions-/Kreationsphase gemeinsam mit der Softwareentwicklung agil durchgeführt werden?

Agil versus/cum Wasserfall - 04.09.2014, 23:30

Tags: Orga | Phasenmodell | Projektplanung | Projektmanagement


Nur, wenn der Scope (Backlog) detailliert vorgegeben ist und die Rahmenbedingungen strikt sind! Wenn z. B. ein Styleguide, ein Web-Pattern-Katalog, feste Templates, ein Prototyp oder ein detailliertes Grobkonzept besteht, können Konzeption und Design der agilen Softwareentwicklung jeweils einen Sprint vorauseilen.

Sind komplett neue oder unbekannte komplexe Lösungen zu entwickeln, gibt es vier mögliche Varianten in der Kombination agiler und wasserfallartiger Projektsteuerung für die aufeinander folgenden Projektphasen I (UX und Visual Design, teilw. Frontend) und II (Softwareentwicklung):

  1. I und II werden agil umgesetzt
  2. I und II werden im Wasserfallverfahren umgesetzt
  3. I wird agil, II im Wasserfallverfahren realisiert (eher seltene Variante)
  4. I wird im Wasserfallverfahren, II agil realisiert

Die beste oder die am besten durchführbare Variante gilt es zu ermitteln.

Zu 1 und 4: Wenn die Softwareentwicklung agil ist, müssen ggf. die Ergebnisse der Kreationsphase noch einmal angepasst werden - zumindest gibt es höchstwahrscheinlich eine Umpriorisierung.
Zu 2 und 4: Wenn der Scope und die Rahmenbedingungen (und evtl. auch die Ziele) noch schwammig sind, bringt die Wasserfallmethode in der Konzeptionsphase keine optimalen Ergebnisse. Bei einem geschickten Best Guess und glücklichem Abnahmeprozess kann dieses Verfahren allerdings einfach zu verwalten und schnell in der Ausführung sein.


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Negativbeispiel gefällig?

Keine tolle Website - 02.09.2014, 12:12

Tags: Ärgernis | Kreativität | Enttäuschung | weniger ist mehr


Schade. Das Special zum Mercedes-Benz GLA ist

  • verkünstelt (i.S.v. "künstlich", "artifiziell")
  • optisch und akustisch uninspirierend
  • langweilig

Onepager: Eigentlich schon vorbei. Heroen-Werbebildsprache und verwechselbare Model-Akteure: Hoffentlich bald vorbei. James Bond Setting ohne James Bond: Überholt. Spannendes Storytelling mit künstlichen Charakteren: Offensichtlich schwierig.

Ein klassischer Film mit oder ohne Interkation wäre wahrscheinlich das bessere Medium gewesen. Bei dem Budget und Aufwand hätte was Aufregenderes rauskommen können. (Mein Eingeständnis, falls der geniale Clou am Ende des Specials kommt - so weit hab' ich es trotz dreier Versuche nicht geschafft.)


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Passt das modal?

Beispiele für Modalfenster mit viel Content - 28.06.2014, 12:12

Tags: Benutzbarkeit | Informationsarchitektur | GUI | IA | Usability


Ein Modalfenster (auch "Lightbox" oder "Overlay") soll ja vor allem drei Eigenschaften haben:

1. modal
2. als modal zu erkennen (großflächige visuelle Inaktivierung der umliegenden Bereiche)
3 . kurz

Wenn 3. doch mal nicht geht, dann hier einige Beispiele, wie auch viel Inhalt in Modalfenster eingebunden werden kann:


A. Pinterest , wenn man ein Bild vergrößert
B. Bugtracking-System JIRA beim Dialog "Create new issue"
C. Trello (hier ist nur ein Text-Element sticky, sollte aber eigentlich auch der Schließen-Button sein)
D. Small-Easy-To-Use-jQuery-Scrollable-Modal-Plugin-portBox , wenn man den Werbebalken nach Klick auf "Project display demo" wegdenkt/weglöscht

Screenshots zu A und B:

   


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Wie weit fliegt die Fly-Out Navi?

Die meisten Nutzer haben keinen 24-Zöller - 01.06.2014, 21:44

Tags: Benutzbarkeit | Informationsarchitektur | GUI | IA | Usability


Wie viele Navigationspunkte in einer Fly-Out-Navigation gleichzeitig sichtbar sein sollten, kann kontrovers diskutiert werden. Sind es zu viele, leidet die Übersichtlichkeit und die ausfliegende Navigation muss eigentlich als modale Sitemap bezeichnet werden. Es sollten in keinem Falle aber so viele Punkte sein, dass wichtige Bereiche des Flyouts (z.B. Quick-Links) bei Notebook-Bildschirmen außerhalb des Viewports liegen. So gesehen bei www.deutschepost.de:


Hier wäre es hilfreich, die Anzahl der Navigationspunkte aus der zweiten Ebene einzudämmen und nur auf spezielle Anfrage eines Users für einen ausgewählten Navigationspunkt der ersten Ebene einzublenden.


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Onepager sind 2012/2013 in Mode gekommen?

Trendsetting 2007 - 04.04.2014, 18:37

Tags: Abkupfern | Buzz-Words | Coole Site | Informationsarchitektur | Me-too | Neue Einfachheit | Original und Plagiat | Simplicity | Trend | weniger ist mehr


Tatsächlich !?!!!


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Warum sollen wir testen, wir haben doch Experten engagiert?

Über den Nutzen von unterschiedlichen Methoden und Projekt-Setups - 02.03.2014, 22:06

Tags: Realsatire | Effizienz | Falsche Sparsamkeit | Kosten | Qualitätssicherung | Testing


Ist die erreichbare Qualität im Projektgeschäft von der verwendeten Methode und/oder vom betriebenen Aufwand abhängig? Hier eine sehr subjektive Einschätzung, welche Qualität abhängig von der Herangehensweise bei der Konzeption einer Website erreicht werden kann. Die Definition von Qualität ist hierbei natürlich nicht klar umrissen und kann vielleicht am ehesten mit "Erreichung der Projektziele" gleichgesetzt werden. Die Prozentangaben sind nicht absolut zu verstehen, sondern eher "symbolisch".

  • 70% Qualität bzw. Zielerreichung sind machbar, wenn ein Experte sich wirklich "Mühe gibt" und dabei ausschließlich sein bisheriges Fachwissen nutzt
  • + 5% sind erreichbar durch im Vorfeld durchgeführte Analysen und Research
  • + 5% sind erreichbar, wenn sich zwei Experten gemeinsam Mühe geben (4-Augen-Prinzip)
  • + 5% sind erreichbar durch Nutzung eines Klickdummys für internes Testen der Ergebnisse und iteratives Optimieren ("Lean UX")
  • + 5% sind erreichbar bei Durchführung von Usability-Labs und Testen mit externen Probanden (wirkt gegen Betriebsblindheit)
  • + 5% sind erreichbar, wenn eine Beta-Phase und schnelle Release-Zyklen mit dem Live-Produkt realisiert werden (sog. "MVP" - möchte man aber der Zielgruppe nicht unbedingt in jedem Umfeld zumuten)

Welchen Qualität der Auftraggeber erhält, ist also vom gewählten Vorgehen und indirekt natürlich auch ein ganz klein wenig vom Budget abhängig. Die erste der oben vorgestellten Varianten (ein Experte arbeitet alleine ohne irgendwelche methodische Unterstützung) liefert vermutlich die höchste Qualität pro investiertem Euro. Allerdings eben nur ca. 70% Qualität absolut, von maximal möglichen 100%. Weitere Qualitätssteigerungen sind aufwändig und senken den Quotienten Ergebnis/Aufwand (s. Pareto-Prinzip). Unabhängig davon können sich natürlich selbst "teuer erkaufte" Qualitätssteigerungen für den Auftraggeber beim ROI rechnen.

Übrigens: Wer alles brav zusammenaddiert hat, kommt nur auf insgesamt 95%. Wie aber kommt man auf das Wunschziel von 100%? Für die restlichen 5% benötigt man einfach auch ein bisschen Glück. Ansätze von Motivationsgenies, 120% oder mehr als Ziel-Maßstab anzusetzen, werden hier schon aus mathematischen Gründen nicht berücksichtigt.


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Hat dir Google das Schenken verdorben?

Was kümmert uns die NSA, wenn es Online Behavioral Advertising gibt - 26.12.2013, 23:02

Tags: Realsatire | Online Marketing | SEA


Ärgerlich ist, wenn du auf dem Familien-iPad günstige Bezugsquellen für das Weihnachtsgeschenk der Liebsten recherchiert hast und diese dann Tage später beim Ermitteln des aktuellen Fernsehprogramms auf eben diesem iPad Fragen stellt, wie "Schatzi, komisch, warum sehe ich hier lauter Werbung für den coolen Kopfhörer, von dem ich dir erzählt habe, egal wo ich hin surfe?" Alternativ geht auch "... warum sehe ich hier lauter Werbung für Edel-Tintenfüller... Wer braucht eigentlich so was Altmodisches noch?" Peinlich wird's dann bei "... warum sehe ich hier lauter Werbung für geschmacklose Negligés...".

Danke Google, AdChoices & Co.!


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Aus welchen Elementen besteht ein redaktioneller Artikel?

Meine Erinner-mich-Liste zur Modul- und Template-Spezifikation - 26.12.2013, 20:12

Tags: Checkliste | IA | Informationsarchitektur | Tutorial


Elements for an editorial article:

  • Anchor navigation
  • Header image
  • Date, author, city
  • Department
  • Kicker line / overline
  • Headline
  • Subline
  • Abstract
  • Paragraph headlines (anchors)
  • Paragraph
  • Image/s (+ zoom mode)
  • Image slider, image wall (w/ and w/o source and caption)
  • Video
  • Link list (intern / extern)
  • Textlink
  • Download-Link
  • Accordion-Box
  • Quote-Box
  • Bullet point list
  • (Table)
  • CTA
  • Fast reading lane
  • Share
  • More / recommended articles
  • Source / author / copyright
  • Footnotes

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Is there a compact list of "Mobile UX Do's and Don'ts"?

A catalog of requirements for mobile experiences - 26.12.2013, 18:00

Tags: Tutorial | Tipps&Tricks | Checkliste


Part 1: Mobile UX / IA

  • Gestures: Horizontal sliders should use swipe. Pinch can be used for zoom. Double tap should be explained or used only for less important actions. Same gestures shall mean same behavior everywhere.
  • Touch areas should be large enough to be hit on small devices and should show immediate visible tap feedback. Not only headlines should be sensitive but whole button and teaser areas including images or icons. Leave space between links, especially in copy text. Create fallbacks for mouseover/hover if necessary.
  • Active buttons/inks/navigation entries shall be highlighted.
  • The Call-To-Action shall be displayed "above the fold" in viewport without scrolling necessary and repeated further down (or stay in viewport while scrolling).
  • Make interactive elements recognizable to be so - no hover effect is available! Give visual hints where to expect links, action buttons or sliding effects (e.g. show parts of images coming next in a slider).
  • Create special navigation mechanics applicable for mobile screen sizes, but use same information architecture for mobile, tablet and desktop. A lot of people switch devices.
  • Transitions shall be smooth. Transitions happening on a page (like opening an accordion box) shall not have a visible complete page reload or provoke "hard jumps" on the screen. Most movements "feel" better with acceleration and deceleration.
  • Feedback to any user interaction should be issued immediately. All stuttering (non-smooth) movements shall be avoided. Site shall be running smoothly on iPhone 4S with iOS 7.
  • Loading shall be as fast and efficient as possible (no loading of source code or data not necessary for specific device, no loading of images too large for device display (retina images for retina devices only). Content shall be loaded in background or in advance where applicable.
  • Offline and slow connection behavior: Don't show parts of a not yet completely loaded page if loading more content will make the screen or viewport flicker or even "jump".
  • Loading delay (on Ajax requests inside page): Show immediately spinning wheel (or better: progress bar with "Cancel" button, if large data chunks have to be loaded). Parts or whole screen can be "grayed out" if appropriate.
  • Use background loading of images in empty containers to speed up initial display of page.
  • Implement round trip horizontal sliders with visible mark when end of content is reached. If no-roundtrip is implemented (stop at last entry) a "Back to start" link helps to navigate back.
  • Move background material to secondary screens that are shown only to users who explicitly ask for more information.
  • Cross linking is less important on mobile devices, put all relevant info on one scrollable page.
  • Try to create accordion boxes that fit on one mobile screen (portrait orientation) with one single entry expanded.
  • Use landscape orientation to show some or all elements enlarged. Landscape can also be used to reorganize layout or grid. Try to avoid special functionality available for landscape or portrait orientation only. Exceptions are special media types (video, sound, maps). Showing videos full screen in landscape orientation is already well-learned.
  • If screen < 10'' is detected (or guessed), offer "see mobile version" link on desktop site and "see classic website" link on mobile site to give the user a choice.
  • Redirect desktop links to the mobile version of the same page if visited on mobile device (and vice versa). If the mobile version of a page is not available don't redirect to mobile home page but stay on desktop page even for mobile devices.
  • Use canonical links where appropriate.
  • Use icons to be more scannable.
  • Implement a click fallback for each gesture, if gesture is not native or hard to guess (or for non-touch mobile devices like feature phones and Blackberries).
  • Phone numbers and e-Mail addresses shall start calling dialogue respectively internal mail app.
  • Type-in forms shall open appropriate keyboard type.
  • Reduce mandatory input fields as much as possible.
  • Offer type-ahead functionality where appropriate. Show spinning wheel, if internet connection is too slow for receiving results in time. Place terms user has typed in earlier ("search history") on top.
  • Consider special functionality or content positioning for the mobile use cases (navigation, weather, bandwidth / bad connectivity, in-store shopping, payment, check-in, maps, phone calls etc.)
  • Use Ajax (no page reload) to page/open/close/expand independent elements (elements visibly enclosed in a box).
  • Page layout shall not be "destroyed" if content is missing, too short, too long, too big or too small.
  • Decide if lazy loading or classic paging is the best approach for you. Then stick to the decision.


Part 2: Mobile content

  • Write short, precise and scannable, create catchy headlines, prioritize and get rid of “filler copy”. Creating an abstract just below the headline can help the user to decide if a content or page is relevant to him. Place most important information and Call-To-Actions at the top of a page.
  • Use shorter text versions for headlines, sublines, overlines and teaser text for your mobile channel. Or use the short mobile text versions for all channels. If you want to write only once, write for mobile.
  • If you have any content some mobile devices can’t display and you cannot replace it by something which is displayable everywhere, show a meaningful placeholder instead of showing nothing or a cryptic error message. Try something like “The table ‘<table name>’ cannot be displayed on this device. Please look at this page on a desktop computer: <URL>. We apologize for any inconvenience.”
  • Prefer vector graphics and deliver retina content to retina displays.
  • If you have a design grid, define rules from when on a text element is too long. If manual shortening or wrapping to a new line are no options you need a technical solution with an algorithm for automatic shrinking or truncating the text.
  • When previewing content entered into the CMS don’t forget to preview the mobile channel as well.
  • Always offer a low-fi version of large files (like movies) for devices with bad connectivity or low bandwidth. Offer information about file size and duration of a movie so users can decide if it’s worth loading and waiting for it.


to be continued...


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Was nutzen denn nun QR-Codes?

Und sie bringen doch was - 08.11.2013, 22:46

Tags: Buzz-Words | Usability | Me-too


Klar, kein Mensch benutzt QR-Codes. Siehe Pictures of people scanning QR-Codes . Aber wofür QR-Codes hervorragend geeignet sind: Sie lassen von weitem schon erkennen, dass weitere Informationen im Internet erhältlich sind. Kein Designer hätte sich ein besseres, international einheitliches, absolut eindeutiges und noch bei großem Abstand gut erkennbares Signet für diese Funktion ausdenken können. Nur Kreuz und Halbmond sind dann doch noch ein klein wenig prägnanter und besser gelernt.


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Für welcheTaxonomie soll ich mich entscheiden?

Für die geeignetsteN! - 22.10.2013, 23:14

Tags: Benutzbarkeit | Usability


Komplexe Informationsarchitekturen sollten immer durch unterschiedliche Wege erschlossen werden. Navigation und Suche sind dabei die zwei wichtigsten (siehe auch "Welche Zugangswege gibt es?"). Wenn die Anzahl der zu navigierenden Informationseinheiten sehr groß ist, sollte man die unterschiedlichen Herangehensweisen und Bedürfnisse ("Mind Sets") der Nutzer berücksichtigen und nicht nur eine einzige starre Navigation anbieten, sondern für jede relevante Nutzergruppe eine eigene Taxonomie entwickeln. Am Beispiel eines Intranet-Shops für Vertriebsmittel wären sinnvolle, parallel anzubietende Navigationen beispielsweise

  • nach Einsatzort (innen, außen, Internet, Kasse, öffentlicher Raum, Messe)
  • nach Medium (Plakat, Display, Aufsteller, digital, TV/Video)
  • nach beworbenem Produkt (Food, Non-Food, Services)
  • nach Abteilung (Vertrieb, Marketing-National, Marketing-International, Marktleitung, Vorstand)

Je nach Anforderung des Nutzers kann dieser seine eigene Herangehensweise wählen und jedes Produkt in jeder der angebotenen Navigationen finden. Alle Informationseinheiten sind in allen der angebotenen Navigationen zu klassifizieren und können dadurch in jedem Ansatz gefunden werden. Die Navigationen selber können aber visuell nicht mehr als klassische Seitennavigation daher kommen sondern sollten im Rahmen eines Prozesses "Produktauswahl" als vom User ausgewählte Produktnavigationen kenntlich sein.

Frage: Warum braucht man eigentlich überhaupt mehrere Navigationen/Taxonomien, wenn man doch die Suche nutzen kann? Antwort: Weil Nutzer, die beispielsweise gar nicht genau wissen, was sie suchen oder die den genauen Namen des gesuchten Produkts nicht kennen oder die einfach nur einen schnellen Überblick über die Produktvielfalt gewinnen wollen, mit einer Navigation viel schneller zum Ziel kommen können, als ihnen dies mit einer Suche möglich wäre. Jeder Klick in der Navigation zeigt sofort Treffer, die überflogen werden können. Man kann sich fast ohne nachzudenken einen Überblick verschaffen und muss sich nicht in die Funktionsweise einer unter Umständen sehr komplexen Suchlogik einarbeiten. Wer die Suche allerdings richtig zu bedienen und zu befüllen weiß, ist effizienter als ein Nutzer der Navigation - so jemand ist aber meist schon als "Poweruser" zu bezeichnen und nicht typisch für die meisten Anwendungsfälle.


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Don't make me think?

iOS 7 Merkwürdigkeiten - 12.10.2013, 11:37

Tags: Ärgernis | Benutzbarkeit | Usability | GUI | UI | Design


   
     
iOS 6   iOS 7
    (Lesen statt erkennen)
     
     
 
     
iOS 6   iOS 7
    (Wenig Kontrast zwischen Kalendarium und Content, keine Kennzeichnung der Tage mit Einträgen, keine Übersicht über die Einträge eines Tages ohne Scrollen)

P.S.
In iOS 7.1 besserte Apple beide Probleme nach! Hey, die lesen meinen Blog!


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Wie...?

...geht das denn? Inspiration! - 28.09.2013, 17:46

Tags: Coole Site | Awards | Kreativität | Trend


Onepagerscrollingsiteatitsbest

Gleichesprinzipnichtganzsoabgefahren

Undhiergehtsauchmobil!


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Ob's was nützt?

Endlich mal wieder - 01.09.2013, 21:42

Tags: Coole Site | Next Big Thing From America | Social Network | Trend


Endlich mal wieder eine Website, die begeistert! Das neue Myspace ist neu, stark designt, professionell konzipiert und konsequent umgesetzt - und vor allem: mutig. Ob's was nützt gegen Big-F?


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Some money, no time?

Lean and real fast startups - 26.06.2013, 21:45

Tags: Kosten | Projektplanung | Produktmanagement


What can you do if you have some money for an online startup but little time till launch (because you want to be the first on the market or investors need to see something live, soon)?

Try that:


Run a sophisticated and well designed process to achieve a close to perfect result (release 2.0) in parallel to a quick and dirty release 1.0. This latter version is made by a small team of experts using the best-guess-method. Because you never know if and when your release 2.0 will be launched, you should invest some additional time and budget to analyze the performance and optimize your release 1.0 after it is launched.

In the meantime you can do proper research und a user centric design with lean UX and some appropriate methods. This task is performed by a second team. They should stay in contact with the first team to learn what they have learned from their release. Team two should create prototypes, test and optimize them and maybe compare concurrent approaches. Prototypes can be dummies/wireframes or already pre-coded and visually designed - whatever suits your project best. Again only the most important features are focused on, so this process does not take too long. If a prototype becomes the candidate for release 2.0 a jury (e.g. the product owner) judges if this one compared to the running release 1.0 is worth being implemented. If so, release 2.0 is carried out and databases from release 1.0 are migrated (let’s hope you had that migration in mind when you implemented the backend for your quick and dirty version).

If you are ready to launch release 2.0, the new version is tested in a sneak preview with limited audience or using an A/B test against release 1.0. If you worked properly, release 2.0 will win this test and go live. From now on this solution will be continuously monitored and optimized. Less important features can be added now.

Let's call this project approach the "fast double release high quality way" of lean startup. If you think it is pretty pricy to trash a slim and fast website after less than one year, keep in mind that the average time between complete relaunches for "normal" project setups is also no more than three or four years.


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Was kommt 2014 in der mobilen Werbung?

Ein Prognose - keine Prophezeiung - 02.06.2013, 23:33

Tags: Next Big Thing From America | Satire | Trend | Online Marketing


Gesichtserkennung gibt es schon, berührungslose Gestenerkennung kommt gerade und Mimikerkennung ist in der Entwicklung. Im Jahr 2014 werden Apps über die Frontkamera der Smartphones Eyetracking durchführen, um dem Nutzer Werbung dort zu präsentieren, wo er hinschaut. 2015 wird dann zusätzlich die Mimik des Benutzers interpretiert und je nach dessen Reaktion eine angepasste Werbebotschaft ausgespielt. Ist der Nutzer interessiert, gibt es mehr zum Thema, ist er genervt, wird etwas anderes probiert oder sich sogar charmant entschuldigt und so ein Dialog eingeleitet. Anfang 2016 wird die Funktion dann fest in iOS eingebaut und als API allen App-Entwicklern zur Verfügung gestellt. Ende 2016 folgt Google. Android TV-Geräte mit Kamera können das dann nämlich auch.

Und im Jahr 2017? Da wird der große Hype ein kleiner selbstklebender undurchsichtiger Streifen Plastik sein, den man über die Front-Kameras (es sind zwei!) kleben kann, um sich vor den Analysen der Werbeindustrie zu schützen. Die Streifen gibt es kostenlos, allerdings gebrandet von allen wichtigen Markenunternehmen. Deswegen wird von nun an die Lageerkennung des Smartphones genutzt, um die Reaktionen des Nutzers auf Werbung zu interpretieren. Der Hautwiderstand sowie der Anpressdruck beim Halten liefern auch interessante Informationen über die Emotionen des Users. Werbeverweigerer müssen auf Kettenhandschuhe umsteigen. Allerdings nur so lange, bis die Frontkameras an zentrale Stellen hinter das Display wandern. Niemand möchte sich die dann noch zukleben.


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Kann man das Grobkonzept als Angebotsgrundlage nutzen?

Wege zur Aufwandsschätzung - 10.05.2013, 19:12

Tags: Deliverables | Kosten | Phasenmodell | Projektplanung


Wenn die Wasserfall-Methode zum Einsatz kommen muss, ist der normale Projektablauf für die Konzeption: Exposé -> Grobkonzept -> Feinkonzept. Der Detaillierungsgrad nimmt zu, jede Stufe dient als Schätzgrundlage für das Angebot der nachfolgenden Stufe. Dennoch ist der Übergang vom Grobkonzept zum Feinkonzept nicht einfach, wenn das Grobkonzept zwar alle Funktionsbereiche nennt, aber die Ausgestaltung (Designanspruch, Look & Feel, Frontend-Technologien, Vorbild-Produkte) nicht genannt werden. Ein "personalisierter Bereich" kann z.B. aus wenigen Seiten und Funktionen bestehen - wenn man alle notwendigen Prozesse, Seiten und Templates zählt und die Ansprüche an Usability und "State of the Art"-Verhalten hoch sind, können dennoch hohe Spezifikationsaufwände und eine große Anzahl Use Cases und Templates entstehen - von den Aufwänden bei der späteren Umsetzung ganz abgesehen. Das Dokument "Grobkonzept" kann zwar durchaus nur aus wenigen grob beschriebenen Einheiten und Absichten bestehen, für die Abschätzung eines Angebots benötigt man aber die Aufstellung eines kompletten Mengengerüsts (Seiten, Templates, Prozesse etc.) und eine Beschreibung des Look & Feels, will man keine bösen Überraschungen (grob falsche Schätzungen) erleben.

Eine sehr viel einfachere Methode für die Angebotserstellung ist das Schätzen anhand eines Vergleichsprojekts aus der Vergangenheit. Falls ein solches zur Verfügung steht, kann es auch dem Kunden als anschauliches Beispiel eines ungefähren Funktionsumfanges bei bestimmtem Budget zur Verfügung gestellt werden. So kann man sich, zumindest theoretisch, die Erstellung detaillierter Schätzinformationen ersparen.


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Musikinstrumente im Web?

GUI-Erkenntnisse - 10.05.2013, 10:54

Tags: Benutzbarkeit | Feature | IA | Informationsarchitektur | Simplicity | Usability


Akkordeon-Boxen sollten nicht verwendet werden, wenn die aufklappenden Bereiche 90% des verfügbaren sichtbaren Bereiches oder mehr ausmachen. Sonst geht leicht die optische Orientierung über den Zustand des Mechanismus verloren. Akkordeon-Boxen mit mehreren Ebenen sind schwer zu verstehen und zu bedienen sollten nur verwendet werden, wenn die zweite Ebene sehr wenige Inhalte trägt und optisch deutlich von der ersten Ebene abgesetzt werden kann.


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Reagieren oder ignorieren?

Die kritische Feedback-Masse erkennen - 05.05.2013, 17:59

Tags: Enttäuschung | Psychologie | Nutzerbefragung


Ein lang bestehendes, eher nebensächliches und weniger oft genutztes Feature einer Website wird abgeschaltet. 30 wütende Nutzer beschweren sich. Mails mit diversen Kraftausdrücken machen die Runde im Unternehmen. Die Wiederherstellung des Features wird geprüft, um die Wogen zu glätten und den vermeintlichen PR-Gau zu verhindern. Woher weiß man aber, ob die 30 Nutzermeinungen überhaupt repräsentativ sind? Stellen sie die Spitze des Eisbergs dar oder hat man es mit besonders militanten aber exotischen Einzelmeinungen zu tun? Fühlen sich die meisten Nutzer beeinträchtigt, sind aber zu faul, sich zu beschweren oder haben die 30 Beschwerdeführer einen sehr seltenen Anwendungsfall für die Website, den die meisten anderen Nutzer nicht haben und sind zudem mit besonders dominanten Troll-Genen ausgestattet?

Die Abwägung ist nicht leicht, eine Datenbasis schafft Entscheidungssicherheit. Auf einzelne Meinungen braucht man nicht unmittelbar zu reagieren, aber man sollte "die Antennen auf Empfang stellen" und, wenn möglich, eine repräsentative Gruppe von Nutzern befragen, wie sie mit den Änderungen zurecht kommen. Außerdem können die sich beschwerenden Nutzer direkt nach ihrem Nutzungsverhalten interviewt werden, um so Einzelmeinungen zu erkennen. Es bringt wenig zu fragen, ob ein bestimmtes Feature gewünscht wird, denn wünschen kann man sich vieles und wünschen schadet ja nicht: Lieber ein Feature mehr wünschen als eines zu wenig. Ob es wirklich benutzt werden wird kann so nicht ermittelt werden.


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Üegbezurt?

So geht lesen - 26.02.2013, 21:44

Tags: Texten | Off-Topic | Psychologie


Nur der etsre und ltetze Bhutscbas eniens Wrtoes msesün an der rhctiegin Seltle sien, um das Wrot lseen zu knöenn. Üegbezurt? Na ja, bei lnaegn Wröertn und onhe Knxtoet wrid es dcoh sciewrhig.


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Mobile first, responsive only?

Allen alles? - 27.01.2013, 23:52

Tags: Buzz-Words | Irrtümer | Neue Einfachheit | Trend


"Mobile first" und "responsive only" sind zwei aktuelle Schlagworte. Der "im Trend"-Faktor sollte aber nicht dazu verleiten, den Desktop-Kanal zu vernachlässigen (wenn Desktop als "Zielgruppe" für ein Projekt relevant ist). Am Beispiel der responsiven Seite von starbucks.de sieht man, dass die mobile Seite ihren Zweck gut erfüllt, die Desktop-Version aber eher lahm daherkommt. Hier vermisst man Emotionen und angemessene visuelles Gestaltung des zur Verfügung stehenden Platzes, wie es für ein Produkt nötig wäre, das vom Fan-Faktor lebt.

 

     
Mobile Desktop

 

Der komplette Content einer Website soll der Theorie zufolge auch mobil verfügbar sein. Wenn das Budget vorhanden ist, sicher kein Nachteil. Selbst wenn man feststellen sollte, dass auf mobilen Geräten noch weniger in die untersten Ebenen eines Webangebots navigiert wird, als dies in Desktop-Browsern der Fall ist (weil der Vorgang des Navigierens mobil meist weniger Spaß macht). Ist das Budget aber nicht verfügbar, sollte, anstatt den Content solidarisch auch für Desktop zu beschneiden, nur das für den mobilen Nutzungskontext Wichtigste für Smartphones optimiert werden und alles weitere von der mobilen Seite über die Suche oder die Navigation zur Desktop-Seite verlinken. Dann gibt es zwar einen Bruch in der Darstellung, dieser ist aber verschmerzbar und den wenigen Nutzern, die sich dorthin verirren, auch erklärbar.

Interessante Strategien, um zu einer mobilen (responsive) Website zu kommen

Umsetzungsstrategien für Cross-Platform Projekte (eher technisch)


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Genial oder unverschämt?

Google setzt Trends - 26.01.2013, 23:00

Tags: Realsatire | Ärgernis | Enttäuschung | Feedback | Unternehmenskultur


 

Wenn man eine Mail an Google schickt (s. Impressum-Screenshot oben), bekommt man prompt folgende Antwort:

 

 

Dass man per Formular eine Anfrage abschicken könnte, stimmt übrigens nicht ganz - Adsense darf man nur etwas fragen, wenn man bereits einen Adsense-Account mit entsprechendem "Zum Fragen berechtigt"-Status hat...

P.S.
Das Landgericht Berlin hielt es dann 2014 doch eher für unverschämt .


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Darf man auch mal abweichen?

Eine Jahresenderkenntnis - 30.12.2012, 13:55

Tags: Benutzbarkeit | UX | GUI | IA | Informationsarchitektur | UI


"Einheitlichkeit" (auch "Konsistenz", "Stringenz" oder "Durchgängigkeit") ist als Prinzip sehr geeignet, um eine gute Usability bei einer Benutzeroberfläche zu erreichen. Manchmal sind allerdings Abweichungen von der Regel in einzelnen Situationen besser, um optimale Verständlichkeit zu erzeugen. Abweichende Prägnanz kann dann auch in Bezug auf Usability dem durch Einheitlichkeit bereits (vermeintlich) Gelerntem überlegen sein. Voneinander abweichende Vorgänge und unterschiedlich angewendete Prinzipien können eben auch gut "funktionieren". Das hängt wohl vom Zusammenhang im Einzelfall ab.

Wer damit ein Problem hat, kann die Ausnahme ja notfalls auch zu einem Teil der Regel erklären ;)

Leider wird es dadurch aber schwieriger, theoretisch zu argumentieren bzw. vorherzusehen, ob gute Usability erreicht werden wird. Denn ein stringentes Vorgehen roch ja immer nach bestmöglicher Usability. Da bleibt wohl nur, noch mehr mit Prototypen zu arbeiten, um zu testen. Oder noch mehr Intuition zu entwickeln...


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Welcher ist dein Liebling?

Eine Umfrage - 31.10.2012, 22:09

Tags: Benutzbarkeit | UX | Naming | Texten | Usability


Zwei Buttons. Welche Lösung ist besser?

Ja, klar: Burger sind ungesund, es gäbe noch die Möglichkeiten C), D) und E) und "es kommt darauf an". Trotzdem, so wie es abgebildet ist: Welche Lösung ist besser?



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Ist Personalisierung auch irgendwie Targeting?

Dem Nutzer relevanten Content bieten - 20.10.2012, 14:49

Tags: Buzz-Words | E-Commerce | Naming


Und wieder eine kurze Definition zur praktischen Abgrenzung von gängigen Begriffen aus dem e-Commerce.

Targeting:
Im Online Marketing das zielgerichtete Ausspielen von Online-Werbung an anonyme User, deren persönliches Profil implizit durch Analyse des Surf-Verhaltes und des digitalen Fingerabdrucks (IP-Adresse, History, Browser-Infos etc.) abgeschätzt wird.
Kann ebenso auf einzelnen Portalen verwendet werden, um geeigneten Teaser-Content, Cross-Selling-Content oder Produktempfehlungen an Besucher auszuspielen.

Personalisierung:
Content oder Teaser werden aufgrund von expliziten Angaben eines Nutzers in seinem Profil oder aus der Analyse seiner Kaufhistorie zielgerichtet ausgespielt.

Customizing:
Der Nutzer richtet sich selber bestimmte Seiten und Funktionen nach seinen Wünschen und unter seiner Kontrolle ein. Wird aber manchmal auch als "Personalisierung" bezeichnet; vor allem, wenn es um Güter der realen Welt geht.

Bei Empfehlungs-Mechaniken ("Ihnen könnte auch dies oder jenes gefallen") überschneiden sich die Bereiche Personalisierung und Targeting, je nachdem, welche Daten genutzt werden.


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Kannst du die Usability-Aspekte in unserem Projekt mal kurz und knackig beschreiben?

Gesammelte Definitionen - 01.10.2012, 22:40

Tags: Buzz-Words | Checkliste | Tipps&Tricks


Weil immer wieder benötigt, hier eine praktische Kurzdefinition für Usability-Aspekte in Web-Projekten:

  • Übersichtliche und konsistente Gestaltung
  • Angemessene Verwendung von Farben und Kontrasten
  • Ausreichende Schriftgröße
  • Erwartungskonformes Verhalten
  • Berücksichtigung unterschiedlicher Bedienungsarten (Maus, (Multi-)Touch, Tastatur)
  • Interaktionsmöglichkeiten haben Mouseover-Effekt
  • Alle Interaktionen erzeugen ein Feedback
  • Fehlertoleranz
  • Leicht verständliche und sinnvoll platzierte Fehlermeldungen
  • Keine Sackgassen
  • Webgerechte Texte
  • Sprechende Verlinkungen
  • "Joy of use" (= Killerkriterium, da für sich alleine schon relevant, aber lt. aktuellem Trend auch Ausgleich für mangelnde Usability in anderen Bereichen)

 

Und hier die theoretischen Ansätze:

Usability eines Produktes ist das Ausmaß, in dem es von einem bestimmten Benutzer verwendet werden kann, um bestimmte Ziele in einem bestimmten Kontext effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.

Zu erfüllen:

  1. Aufgabenangemessenheit
  2. Selbstbeschreibungsfähigkeit
  3. Steuerbarkeit
  4. Erwartungskonformität
  5. Fehlertoleranz
  6. Individualisierbarkeit
  7. Lernförderlichkeit

Aspects:

  • Learnability: How easy is it for users to accomplish basic tasks the first time they encounter the design?
  • Efficiency: Once users have learned the design, how quickly can they perform tasks?
  • Memorability: When users return to the design after a period of not using it, how easily can they re establish proficiency?
  • Errors: How many errors do users make, how severe are these errors, and how easily can they recover from the errors?
  • Satisfaction: How pleasant is it to use the design?

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Effektivität vs. Vollständigkeit?

Konsequenzen aus dem Pareto-Prinzip - 12.08.2012, 12:13

Tags: Buzz-Words | Kosten | Neue Einfachheit | weniger ist mehr | Effizienz | Produktmanagement


Als Auftragnehmer bei Internet-Projekten versucht man, das optimale Ergebnis (100%) in der vorgegebenen Zeit zu erbringen (erstaunlicherweise gibt es jedoch manchmal gar keine Zeitvorgabe - aber das ist ein anderes Thema).

Für Auftraggeber von Internetprojekten empfiehlt sich hingegen nicht unbedingt, ein 100%-Ergebnis anzustreben. Nach der Pareto-Theorie brauchen die letzten 20% Ergebnis unverhältnismäßig viel Zeit (z.B. 80%). Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer eines Internetprojektes von vielleicht vier Jahren ist man viel effektiver, wenn man sich mit einem 80%-Ergebnis (vor allem bzgl. Quantität) zufrieden gibt und die gesparten 80% Zeit und Energie in weitere Projekte investiert. So kann man schnell auf Anforderungen des Marktes reagieren und Erfahrungen mit unterschiedlichen Ansätzen sammeln, von denen nur diejenigen in einem zweiten Schritt weiter optimiert werden, die sich als erfolgreich erwiesen haben. Die hohe Kunst bei dieser Strategie ist es, die richtigen 80% zu identifizieren, denn Aufmerksamkeit hat ein neues Produkt oft nur ein einziges Mal und dann muss die Idee und die Umsetzung begeistern, um maximales Echo zu erzeugen. Beim Dachdecken oder wenn man in einer gängigen Sportart Weltmeister werden will, nützt ein 80%-Ergebnis allerdings wenig. Sollte man sich für sein Online-Business ebenfalls sicher sein, dass 80% nicht den gewünschten Effekt bzw. Erfolg bringen können, muss man von vornherein doch eine höhere Rate anstreben.

(Ein anderer Name für dieses Vorgehen ist "MVP": "Minimum Viable Product". Mit den wichtigsten Kernfeatures möglichst schnell an den Markt gehen, um den Wettbewerb voraus zu sein und das Produkt in Iterationen evolutionär optimieren.)


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How can internet products be developed agile?

"Double agile product launching" OR Scrum meets Lean UX - 29.06.2012, 22:00

Tags: Deliverables | Iteration | Phasenmodell | Projektplanung


Agile product development for new media should have two phases:

Phase One: Agile conception leads to a prototype. This could be achieved by applying methods like User Centered Design. Ideally IT is part of the process and the prototype is not a clickable wireframe dummy but uses as much "real" design, technology and Look&Feel as possible. Maybe it looks and behaves already like version 0.95 or a Minimum Viable Product.

Phase Two: Agile IT development leads to the final shippable product. Conception is part of that process by adjusting and defining the design of Phase One more precisely. It delivers solutions for edge cases and exceptions which haven't been in the focus so far. In Phase Two IT department is able to choose the right software framework and project architecture because requirements for functionality and performance are already known, can easily be predicted or simulated.

Something in that direction: Will UX and Agile work in a digital agency?


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Wie hält man die Kosten im Projekt mit einfachen Mitteln niedrig?

Die schwerste und vornehmste Aufgabe des Projektmanagements - 31.05.2012, 15:48

Tags: Agenturalltag | Unternehmenskultur | Arbeitsalltag | Account Management


Der Faktor mit der höchsten Effizienz in dieser Frage dürfte - wer hätte es gedacht - die Motivation des Teams sein. Ein gut motiviertes Team kann im Vergleich zu einem schlecht motivierten bestimmt 30% Kosten einsparen (leider liegen zum genauen Einsparpotenzial keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse vor). Motivierte Mitarbeiter arbeiten konzentrierter, kreativer, und auch "mehr" (zumindest werden Überstunden wohl eher akzeptiert). Sie denken mit und helfen frühzeitig Probleme zu identifizieren und zu lösen.

Also jetzt anfangen mit: Pizza kaufen, loben, Danke sagen, wertschätzen, offen kommunizieren, Karrieren entwickeln, zuhören, ernst nehmen, integer sein und was sonst noch alles zur Steigerung der Motivation des Teams beiträgt.


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Langeweile in der Metro?

Kein Artikel über den verspielten Jugendstil der Pariser Metro - 28.05.2012, 14:09

Tags: Neue Einfachheit | Retro | Simplicity | Trend | weniger ist mehr | UI


"Gutes Design ist dann erreicht, wenn man nichts mehr entfernen kann" sagt Clemens Lutsch von Microsoft in der Weave 03.12 über Metro für Windows 8. Das neue Design beruft sich auf die Formenklarheit und das Prinzip von "Form follows function" der Bauhaus- und Funktionalismus-Tradition. Aber auch das wird für die GUI-Gestaltung nur eine temporäre Mode sein. Metro ist zwar schön und klar, doch auch recht nüchtern und eher emotionslos - wohl eine logische Konsequenz , wenn man nichts mehr weglassen kann. Aber keine guten Voraussetzung, um breite Massen für längere Zeit zu begeistern. Und die Massen waren bisher immer erklärte Zielgruppe für Microsoft.

Auf alle Fälle tut es den Redmondern gut, die Design-Diskussion einmal anzuführen, anstatt ihr immer nur hinter zu hecheln und jetzt Apple wegen seines "verspielten" Designs als rückständig bezeichnen zu können. Wobei man "Icons und Bildchen" an sich nicht gerade als übertrieben verspielt bezeichnen kann, nur weil die typografischen Piktogramme von Metro schlichter sind. Die ornamentalen Zeiten im Webdesign werden trotzdem in der einen oder anderen Form wiederkommen. Und das ist dann vielleicht auch gut so. Die gestalterisch sachlichen Ideen des Bauhauses waren zu ihrer Zeit bahnbrechend im Vergleich zur vorher üblichen optisch verspielten Gründerzeit- und Historismus-Romantik. Leider wurde später durch Übertreibung, Weglassung der Details und massenhafte Wiederholung aus dem eigentlich ansprechenden und erfrischenden Funktionalismus so etwas Negatives und Belastetes wie die Wohnsiedlungs- und Schuhkarton-Architektur der Trabentenstädte und Banlieues. Purismus und Einheitlichkeit funktionieren wahrscheinlich als elitäre Statussymbole hervorragend, als Prinzipien der Massenbeglückung sind sie aber weit weniger geeignet.


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Kommt Lean UX?

UX-Trend 2012 - 10.04.2012, 17:55

Tags: Buzz-Words | Next Big Thing From America | Deliverables | Mode | Neue Einfachheit | Phasenmodell | Simplicity | weniger ist mehr


Jetzt weiß ich endlich, wie das Feinkonzept-Modell Nr. 2 aus dem August-Post letzten Jahres offiziell heißt: "Lean UX". (Siehe Kennen Sie alle Vertreter der Gattung "Feinkonzept"? (2011) bzw. Warum zurückfüttern? (schon 2008!))

Gut, dass es einen Fachbegriff dafür gibt, sonst hätte ich es weiter für mich "Scrum UX" nennen müssen, da ich die meist amerikanischen Artikel zum Thema damals noch gar nicht gelesen hatte. Deutsche Artikel scheinen erst gegen Ende 2011 in nennenswerter Zahl erschienen zu sein.

Hier interessante Links zum Thema:

The 10 Principles of Lean User Experience
Lean UX: Getting Out Of The Deliverables Business
Lean UX Is Dead. Long Live Lean UX (mit einigen Kritikpunkte an Lean UX)
Linksammlung Lean UX

Ein Problem teilt Lean UX mit allen Prototypen und Mock-Ups: Wenn diese für Business-Entscheidungen genutzt werden, dann müssen sie sehr realitätsnah sein, da die Abstraktionsfähigkeit von Probanden, Kunden aber auch UX-Designern unbekannt bzw. zumindest extrem unterschiedlich ist. Ein skizzenhafter Prototyp mit schlechtem Look&Feel kann zur unbegründeten Ablehnung des darin integrierten UX-Prinzips führen. Wenn nicht mit optimal gestalteten Prototypen gearbeitet werden kann, müssten alle untersuchten Prototypen zumindest gleich "schlecht" designt sein, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Eine große Herausforderung.

P.S.
Oder wie Rolf Schulte Strathaus von eparo in der Weave 03.12 sagt:
"Möglichst detaillierter Prototyp: [...] Arbeiten Sie Details und Interaktionen möglichst genau aus, am besten schon mit dem geplanten Design!"


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Wie testet man was?

Zusammenspiel unterschiedlicher erfolgskritischer Tests für Websites - 30.03.2012, 14:21

Tags: E-Commerce | Kaufkriterium | Testing | Testphase


David Travis:
User experience researchers can get away with small samples because they are looking for behavioural insights, not opinions.”
(Aus Johnnyholland: How to tell managers they’re wrong about UX research and still get hired )

  1. Usability-Labs ergründen das Nutzer-Verhalten und allgemeingültige Fähigkeiten = Wenige Probanden reichen aus
  2. Markforschung ergründet Meinung und Wünsche = Große Stichprobe erforderlich
  3. Wenn die Usability optimiert und die Marktforschungsergebnisse umgesetzt sind, ergründen Akzeptanztests (z.B. A/B-Test), ob es weitere Kriterien gibt, die eine Nutzer-Entscheidung beeinflussen, z.B. Einflüsse aus dem Unterbewusstsein. („Der User tut nicht das, was er sagt.“ Siehe Hick's Law: Obwohl sich Nutzer i.A. eine große Auswahl wünschen, kann der Gesamtumsatz zurückgehen, wenn den Kunden zuviele unterschiedliche Optionen angeboten werden.)

Der Erfolg eines Angebots gründet sich also auf der Untersuchung des Verhaltens, der Meinung und unbewusster Entscheidungsfaktoren der Nutzer.

P.S.
Auch hier wieder Rolf Schulte Strathaus von eparo in der Weave 03.12:
"Nicht was sie [die Probanden] sagen, ist interessant, sondern, was sie tun oder nicht tun."


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Ticken die noch richtig?

Guter Grund, nicht bei hotels.com zu buchen - 18.01.2012, 22:04

Tags: Ärgernis | E-Commerce | Kaufkriterium | Texten

 



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Preisfrage: Wie verbessert man günstig die Usability eines User Interfaces?

Glaube, Hoffnung, Liebe - 07.01.2012, 15:31

Tags: UI | Realsatire | GUI | Kosten | Benutzbarkeit


Antwort: Positiv Denken! Die Usability wird schon besser, wenn man ganz fest dran glaubt!




Also bei der Benutzung als Mantra wiederholen: "Ich werde erfolgreich sein, ich werde erfolgreich sein, ich werde..."

Gesehen in Berlin, ÖPNV (nicht bei der S-Bahn!!! Da hieße es
"Die Bedienung der Automaten ist leicht aber unnötig.
Die S-Bahn kommt intuitiv.
Sie werden an Ihrem Ziel ankommen. Ganz bestimmt. Irgendwann.
")


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Klappt's?

Intuition, GUI und Bewegungsrichtungen - 06.12.2011, 23:15

Tags: UI | Usability | Benutzbarkeit


Wie deutet man am Anfang einer Textzeile eine vertikale Akkordeon-Box Mechanik oder ein Flyout-Menü im eingeklappten Zustand an?
Oft wird hierfür ein ">" verwendet. Da dieses Zeichen aber auch für Buttons oder Textlinks häufig benutzt wird, ist es für diesen speziellen Zweck eher ungeeignet. Außerdem entspricht es intuitiv nicht der vertikalen Bewegungsrichtung der auszulösenden Mechanik. Die bessere Lösung ist ein „+“, das im aufgeklappten Zustand zu einem "-" wird oder ein "v", das im aufgeklappten Zustand zu einem "^" wird.


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Ist jetzt ein Problem aufgetreten, oder was?

Ein Fehler ist ein Fehler ist ein Fehler - 01.12.2011, 22:19

Tags: Benutzbarkeit | Feedback | Texten


Viele Formulare melden Fehler durch das Einfärben der nicht erfolgreich validierten Formularfelder und daneben stehende Erklärungstexte. Das ist schon mal gut. Was oft fehlt ist aber ein deutliches initiales Signal über Erfolg oder eben Misserfolg der gerade durchgeführten Aktion. Die Gründe für die Probleme im Detail zu benennen ist erst einmal zweitrangig. Geeignet für dieses visuelle Prozess-Feedback sind klassischerweise z.B. große Ausrufezeichen-Visuals und die inzwischen eher verpönten, weil als zu allgemein verschmähten Meldungen "Ein Fehler ist aufgetreten!" oder "Vorgang abgebrochen!". Sieht der User die Fehlermeldung eines Formulars zum allerersten Mal, muss er diese als solche schon intuitiv erkennen können.


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Was motiviert?

Creating Addiction - 24.11.2011, 19:01

Tags: Tipps&Tricks | E-Commerce


Erkenntnisse von der MobX-Konferenz:

  • Referent 1: Nichts macht mehr abhängig von einem Online-Angebot als beiläufige bzw. zufällige Belohnungen
  • Referent 2: Nichts macht mehr abhängig von einem Online-Angebot als Orden und Medaillen, die für Leistung vergeben werden
  • Referent 3: Nichts macht mehr abhängig von einem Online-Angebot als der sozialer Druck einer Gruppenzugehörigkeit

Wahrscheinlich stimmt ja alles.

P.S.
Eine andere Klassifikation ähnlichem Ergebnis:

"Mehrwerte", die motivieren, einen Online-Services wiederholt zu nutzen, sind

  1. Monetäre Vorteile
  2. Sozialen Status/Wertschätzung oder Gemeinschaftsgefühl
  3. Unterhaltung
  4. Bequemlichkeit, Lebens- oder Alltagshilfe

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Wie verkauft es sich besser?

Gute B2C Online-Shops machen - 23.11.2011, 14:59

Tags: Checkliste | Tipps&Tricks | UI | IA | Kaufkriterium


Die 10 wichtigsten Usability-Regeln im E-Commerce


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Sagst du's weiter?

Social Media Share Bar - 05.11.2011, 14:30

Tags: Feature | Feedback | SEO | Simplicity | Social Network | Tools | UI | Usability | Web 2.0 | weniger ist mehr


Mein momentaner Favorit für eine ideale Empfehlungsleiste ist hier zu sehen: http://maketecheasier.com/differences-facebook-share-and-like/2010/09/03



One-Click-Actions für Facebook-Like, Google+, Twitter und E-Mail-Send. Reddit kann man in Deutschland weglassen. Der Rest der Social Media Community ist im Share-Button vereint, der einen Layer öffnet. Alle mit Counter.


Mal sehen, ob das in einem Jahr noch Bestand hat.

Update:
Verbesserungen/Änderungen die inzwischen eingeführt wurden: Facebook-Share ersetzt Facebook-Like, Stumble Upon ersetzt Reddit (nach wie vor nur für USA interessant), "Share it" öffnet jetzt einen Modallayer mit Textfeld, in das man sofort seine Mitteilung schreiben kann. Dafür muss man sich den spezifischen Dienst aber aus einer ziemlich langen Liste von Icons anschließend raussuchen.


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Gefällt die Idee?

Pitch- und Präsentationsweisheiten - 07.10.2011, 22:19

Tags: Arbeitsalltag | Ausschreibung | Falsche Sparsamkeit | Kaufkriterium | weniger ist mehr (diesmal nicht) | Kosten


Auch eine gute Idee muss ansprechend präsentiert werden, damit sie nicht "untergeht". Realitätsnahe Gestaltung hilft die Idee ohne viel Abstraktionsaufwand zu verstehen. Notwendige aber komplizierte oder erklärungsintensive Details läßt man besser erst mal weg, will man nicht riskieren, dass die Diskussion nur um die Machbarkeit dieser Details kreist. Für Einzelheiten ist dann in der Feinkonzeptionsphase noch genügend Zeit. Zusätzlich hilft die visuelle Ausweitung der Idee auf andere Gebiete, um ihre innere Stärke im Auge des Betrachters zu erhöhen. Das Drumherum einer "Idee auf der Kaffeetasse", "Idee als T-Shirt", "Idee als Bus-Reklame", "Idee als Banner" und "Idee als iPhone-App" erwecken die Idee zu größerem Leben - selbst wenn das Budget dafür gar nicht da sein sollte.

All das macht eine Präsentation dann natürlich auch einigermaßen aufwändig.

P.S.
Und manchmal darf man nicht präsentieren, was gebrieft wurde - wenn das Briefing nicht zum Problem passt, lohnt es sich, etwas besser Passendes zu entwickeln.

P.P.S.
Neben plakativen Visuals zur Idee selber wirken auch beeindruckende Bilder zum Entwicklungsprozess des Projekts oder zum Kundenunternehmen aufwertend für die Idee (Metaphern sind hier immer gern gesehen): Ihre Flagge auf dem Mt. Everest, Kundenhaut mit Markenlogo-Tattoo, Ihr Produkt auf Platz 1 bei Amazon, Ihr Name auf dem Walk of Fame in Hollywood, Ihr Produkt an der Time Square LED-Wand, Ihr Claim auf Tassen, T-Shirts und Regenschirmen, das Kreativteam beim Arbeiten, Post-It-Berge vom Brainstorming, vollgesteckte Pinnwände, lange Listen mit Ideen, Berge von Skizzen, überquellende Aschenbecher, der Meetingraum "nach der Schlacht".


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Kann abheben schöner sein?

Gelungener online Check-In Prozess bei Air Berlin - 04.10.2011, 00:17

Tags: Benutzbarkeit | IA | Simplicity | Usability


Bei Air Berlin wurde der Check-In Prozess im Web wieder und wieder optimiert, bis er nun wirklich gelungen ist. Besonders die Auswahl der Versandart für die Bordkarte ist wirklich geglückt: Übersichtliche Reiter erlauben den Wechsel zwischen den Optionen und gute Erklärungen der Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten erleichtern die Entscheidung.

Kleine Verbesserungsmöglichkeiten gibt es dennoch:

  • Wenn nur österreichische und deutsche Mobilfunkanbieter bei MMS erlaubt sind, warum kann man die Vorwahl von Andorra überhaupt angeben?
  • Leider wird nicht erklärt, ob man sich die Bordkarte ausdrucken UND anschließend aufs Handy schicken lassen kann.
  • Man fragt sich, ob es nicht prinzipiell zu viele Versandarten gibt und man nicht etwas weglassen könnte. Von Download, Druck, E-Mail, MMS, SMS-Link und Schalter scheinen Download und E-Mail ersetzbar zu sein.
  • Ach ja: Die komische Avatartussi kann auch weg. Außer natürlich, es ist tatsächlich diese Dame, die mir meine Bordkarte zuschickt!.

Aber sonst: Absolut top!




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Welche Zugangswege soll ich anbieten?

Wenn der Nutzer nicht zum Content kommt, dann muss eben ... - 11.09.2011, 23:34

Tags: Benutzbarkeit | IA | Feature


Das Medium Internet (hier in seinem Spezialfall "Desktop, nicht mobile"!) ist im Gegensatz zum Print ein Medium der multiplen Zugangswege und Nutzungen.

Ein Buch oder eine Zeitschrift liest man klassischerweise von vorne nach hinten. Man kann auch das Inhaltsverzeichnis bemühen und selektiv oder quer lesen. Das war's auch schon oder besser: so weit so gut. Sicher ist: Alle Leser kriegen den gleichen Content zu sehen.

In eine Website kann man auf folgende Arten einsteigen und sich fortbewegen:

  • Textsuche
  • Sitemap
  • Teaser
  • Navigation
  • Kontext- und Inline-Links bzw. Teaser
  • Quicklinks ("beliebteste Inhalte")
  • Zielgruppen-Vorauswahl ("Ich bin ...")
  • Interessen-/Fragestellung-Vorauswahl ("Ich möchte ...")
    (die letzen beiden Punkte führen hoffentlich auf eine präparierte Landingpage und nicht einfach nur auf irgendeinen Punkt der Navigation)

Die Gewohnheiten der Nutzer sich Orientierung zu verschaffen, sind vielfältig. Deshalb ist keiner der genannten Zugangswege der alleinig Glücklichmachende. Möglichst viele davon sollten angeboten werden - endlich ist weniger mal nicht mehr. (Interessant: Die Suche wird während der Projektrealisierung fast immer erstaunlich stiefmütterlich behandelt. Obwohl viele Nutzer gerne über die Suche einsteigen, wird nur deren Standardfunktionalität implementiert - hier liegt echtes Verbesserungspotenzial!)

Der auf einer Website gezeigte Content kann zusätzlich, im Gegensatz zum Print, für jeden User ganz unterschiedlich sein. Er kann zum Beispiel zufällig ausgewählt, durch Targeting selektiert, personalisiert oder durch Bildschirmauflösung, Download-Speed und Deviceinformationen gefiltert werden.

Ist man erst einmal auf Seitenebene, bietet das Internet weitere dem Print überlegene Strukturierungsmöglichkeiten: Es können problemlos weiterführende oder ergänzende Links oder Querverweise präsentiert werden und in den meisten Fällen hat man auf jeder Seite die Navigation "zur Hand", um sich fortzubewegen. Modallayer und Flyouts zeigen auf Wunsch Detailinformationen, ohne dass man sich von vom eigentlichen Content weg bewegt und strukturieren die Inhalte optisch. Aus Gründen der Informationsarchitektur ist dabei eine nicht-mitscrollende Navigation bei großen Bildschirmen eigentlich zu bevorzugen, damit der User immer über den Status seines Kontexts informiert ist. Leider sprechen die Nutzergewohnheiten, die Einfluss auf die aktuellen Usability-Einschätzungen haben, momentan aber eher für komplett scrollende Seiten - eine verbleibende Ähnlichkeit zum Print. Hoffentlich ändert sich das zukünftig. Immerhin sind Modallayer, die früher verpönt waren, jetzt glücklicherweise auch State-of-the-Art.


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Is fun the new usable?

Paradigmenwechsel im UX Design - 24.08.2011, 11:01

Tags: Berufsfeld | Gadget | GUI | Irrtümer | Trend | Usability


"Fun is the New Usable

As a user experience designer, I thought my job was to make things not suck. Until recently. As technology has evolved, human behavior has evolved along with it. Since behavior is the basis of user experience design, my job has evolved as well. Now, my job is to make things people love. At the 2009 IA Summit, Karl Fast articulated the value proposition of user experience design with sparkling clarity. “Engineers make things,” he said, “we make people love them.” And then he held up an iPhone as an example.

This is a crucial change, the importance of which cannot be overstated."

Fred Beecher in "The iPhone is not easy to use: a new direction for UX Design" - Johnny Holland Magazine


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Magisches DREIeck?

Projektgeometrie - 22.08.2011, 18:00

Tags: Projektplanung | Account Management | Berufsfeld | Unternehmenskultur


Die Zielgrößen eines Projekts sind angeblich nur folgende drei: Timeline, Qualität, Kosten. Wurde da nicht etwas vergessen? Die Zufriedenheit des Auftraggebers kann nämlich auch unabhängig von diesen drei Größen sein. Für den Auftraggeber wichtig und die mögliche Beauftragung eines Folgeprojekts nicht unwichtig sind auch Spaß bei der Umsetzung, Sympathie und Vertrauen zu den Ansprechpartnern, Erreichen der internen Ziele oder persönlichen Wünsche bzw. Verwirklichung eigener Vorstellungen und Werte. Im Projektgeschäft stellt das eine vierte Zielgröße für den Auftragnehmer dar, die sich nicht im Begriff "Qualität" unterbringen lässt, weil dieser nur die möglichst objektive Qualität des eigentlichen Projektgegenstandes nach gültigem Expertenwissen umfasst.


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Kennen Sie alle Vertreter der Gattung "Feinkonzept"?

Eine Taxonomie - 08.08.2011, 15:10

Tags: Deliverables | Irrtümer | Berufsfeld | Arbeitsalltag


Feinkonzept ist nicht gleich Feinkonzept. In der freien Wildbahn unterscheidet man grob nach drei Arten:

1. "Keine Experimente", bzw. "günstig und schnell"
Dieses Feinkonzept bietet eine Übersicht über die Funktionen und wird mit Wireframes in Powerpoint, Visio, Omnigraffle, Axure oder gar Word erstellt. Detaillierungsgrad eher mittel, da später bei der Realisierung des Produkts dann doch noch etliche Fragen auftauchen. Der Wasserfall-Klassiker.

2. "Optimales und hochwertiges Ergebnis"
Konzepter arbeitet im Team z.B. mit Designer und IT zusammen und entwirft über mehrere Runden einen Prototypen, der dann weiter verfeinert wird, u.U. auch mit Hilfe von Usability-Tests. Zum Schluss entspricht der Prototyp fast der fertigen Applikation und im günstigsten Falle können etliche Teile davon auch direkt übernommen werden. Hier entsteht oft kein schriftliches Feinkonzept, denn man hat ja den Prototypen, der sich zum Produkt entwickelt.

3. "Abnahmedokument / Spezifikation"
Für die Abnahme durch den Kunden bevor der nächste Schritt beauftragt werden kann oder für die Weitergabe an Drittanbieter wird eine detaillierte Spezifikation gebraucht. Der Detaillierungsgrad ist aus Gründen der rechtlichen Absicherung hoch, verwendet werden meist viel Word und Excel aber auch Wireframe-Tools kommen zum Einsatz. Trotz des hohen Detaillierungsgrades bleiben etliche Fragen offen, da alles nur vor dem geistigen Auge des Konzepters durchgespielt wurde und viele vermeintliche Selbstverständlichkeiten gar nicht beschrieben werden.

Zum gleichen Thema siehe auch: Was kostet ein Feinkonzept?

P.S.
Nachträgliche Erkenntnis zur Benennung von Ansatz Nr. 2 siehe "Kommt Lean UX?"


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Onliner gegen Offliner?

Zum Zustand der Netz-Gemeinde ein Kommentar von einem der wenigen Netz-Entertainer - 01.07.2011, 20:17

Tags: Berufsfeld | Communities | Internetszene | Satire


Sascha Lobo kommt zwar manchmal etwas selbstverliebt rüber - das hier hat er aber wieder richtig erkannt und schön geschrieben: Wer nicht meiner Meinung ist, muss dumm sein


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Wie lösche ich Mails mit dem iPhone dauerhaft vom Server?

Prima GUI ist auch nicht alles - 23.06.2011, 16:58

Tags: Benutzbarkeit | Enttäuschung | Tipps&Tricks | UI | Usability | Bug | Gadget


Nachdem das automatische Abrufen der Mails bei GMX per Apple Mail-App wiederholt die bereits lokal gelöschten Mails noch einmal geladen hat, musste ich zu manuellem Abholen übergehen (Anm.: POP-Account, iOS 4.3.3). Wählt man in den Einstellungen "Mail vom Server löschen, wenn sie aus dem lokalen Posteingang entfernt werden", dann werden sie aber trotzdem NICHT sofort automatisch vom Server entfernt, wenn man sie lokal löscht. Man muss erst noch 2x "Aktualisieren" - und zwar kurz hintereinander! Erst dann sind sie wirklich vom Server getilgt.

Muss man erst mal drauf kommen. Aber den Rest hat Apple ja ganz ordentlich gemacht...


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So viel kann man falsch machen?

Kleiner Exkurs in die Internet-Projektplanung (aus Auftraggebersicht) - 22.06.2011, 10:32

Tags: Checkliste | Irrtümer | Projektplanung | Tipps&Tricks


Eigentlich kann man als Auftraggeber, Betreiber oder fachlich Verantwortlicher eines Internet-Projektes sogar noch mehr Fehler begehen, als sie diese Auswahl einiger schöner "All Time Classics" auflistet:


33 "DOs & DON'Ts" bei der Planung und Realisierung von Internet-Projekten


  • Setzen Sie sich Ziele (realistisch, erreichbar, messbar, zeitlich definiert etc.), die das Projekt erfüllen soll. Auch "weiche" Ziele (Beeinflussung des Markenimages, Pilotprojekt zum Sammeln von Erfahrung) sind zusätzlich erlaubt. Kommunizieren Sie die Ziele. Überprüfen Sie regelmäßig, ob sie erreicht wurden, noch erreichbar sind oder überhaupt noch wirklich die Ziele des Projekts darstellen.

  • Klären Sie nicht nur das Budget für die reine Realisierung des Projekts, sondern auch für den dauerhaften Betrieb und notwendige Weiterentwicklungen. Gleiches gilt für die personellen Kapazitäten.

  • Klären Sie die Rahmenbedingungen im Detail vor dem Start des Projekts in einer offiziellen Analysephase ab. Sichern Sie sich die Unterstützung durch alle notwendigen internen Abteilungen. Besorgen Sie sich reale Beispieldaten, dokumentieren und überprüfen Sie die echten Schnittstellen und führen Sie Befragungen oder Marktforschungsanalysen durch. Holen Sie sich Unterstützung von der Geschäftsführung. Wenn Sie bereits direkt vom Management beauftragt sind, holen Sie sich Unterstützung von angrenzenden Bereichen, indem Sie diese einbinden.

  • Setzen Sie als Auftraggeber einen Projektleiter ein, der Steuern, organisieren, motivieren, Gefahren erkennen und sich durchsetzen kann. Er braucht Entscheidungsbefugnis, Projektverantwortung und das Vertrauen des Managements. Der Projektleiter kann auch ein externer Mitarbeiter sein.

  • Führen Sie projektrelevante Entscheidungen in einem Gremium mit maximal sieben Mitgliedern herbei. Besser aber nur drei. Es ist sinnvoll, dass der Hauptverantwortliche mit in diesem Gremium sitzt oder einen Vertreter schickt, der "Prokura" für das Projekt hat. Sonst droht die Gefahr, dass bei 95% Fertigstellungsgrad noch abgebrochen werden muss, da der Hauptverantwortliche nachträglich alles zurückpfeift, wenn er sich zum ersten mal ernsthaft mit dem Projekt beschäftigt.

  • Lassen Sie sich von niemandem im Vorfeld strategisch beraten, der darauf setzt, auch für die Realisierung beauftragt zu werden. Oder wundern Sie sich nicht, dass Ihnen immer das Teuerste und Größte empfohlen wird.

  • Iteration statt Wasserfall: Lassen Sie das Projekt nicht zu 100% theoretisch konzipieren und gestalten, bevor die erste Implementierung erfolgt. Arbeiten Sie mit kleinen Prototypen, die in 3-4 Schritten zum fertigen Produkt ausgebaut werden. Sie erhalten so ein qualitativ besseres Ergebnis und wesentlich weniger überflüssige schriftliche Spezifikationen. Die einzelnen Phasen der Prototyperstellung können Sie separat beauftragen, wenn Ihnen das sicherer erscheint.

  • Machen Sie mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung nicht einfach nur nach, was Sie schon bei X anderen Mitbewerbern gesehen haben. Machen Sie es besser.

  • Haben Sie fünf verschiedene Auftragnehmer für Strategie, Konzeption, Grafik, Programmierung und Betrieb beauftragt, sind hohe Abstimmungs- und Spezifikationsaufwände vorprogrammiert.

  • Erstellen Sie Dokumentationen nur in der Detailtiefe, die Sie wirklich später brauchen und schreiben Sie diese speziell für die Zielgruppe, die später damit arbeiten soll. Ein Styleguide kann 15 oder 500 Seiten umfassen. Er muss nicht unbedingt alle Elemente beschreiben, die es gibt, sondern nur die Regeln, die für das Design gelten sollen und wird nur gebraucht, wenn Projektfremde nach diesen Regeln weiteres Design entwickeln sollen. Für die Geschäftsführung genügen Management Summaries und Präsentationen von Prototypen.

  • Lassen Sie sich die Rechte am gesamten Quellcode und allen Rohdaten übertragen. Wenn dies nicht möglich ist, bedenken Sie die Konsequenzen im "worst case" und wägen Sie Vor- und Nachteile ab.

  • Spielen Sie ein Szenario für einen Dienstleisterwechsel während und nach dem Projekt durch. Ist dieser überhaupt möglich? Wie kann er zumindest erleichtert werden?

  • Machen Sie Jour Fixes in sinnvollen dem Projektstatus angemessenen Zeitabständen. Lassen Sie Jour Fixes ausfallen oder verkürzen Sie diese, wenn es nichts Neues gibt oder berichten Sie Weniges per E-Mail-"Newsletter". Müssen Sie viele Jour Fixes aus diesem Grund ausfallen lassen, dann ändern Sie den Turnus. Fügen Sie Sondertreffen ein, wenn diese nötig werden und z.B. kurz vor dem Launch eine wöchentliche Abstimmung nicht mehr ausreicht.

  • Überlassen Sie die Details den Experten, die Sie dafür engagiert haben. Wenn Ihnen deren Ergebnisse dauerhaft missfallen, tauschen Sie diese Dienstleister gegen bessere aus.

  • Tauschen Sie die von Ihnen engagierten Experten möglichst selten aus. Wenn dies mehr als zwei mal zur Laufzeit des Projekts notwendig erscheint überprüfen Sie Ihre eigenen Ansprüche.

  • Haben Sie selber nicht genügend Zeit oder Fachwissen für die Projektüberwachung, schadet es nicht, einen Experten zu engagieren, der die Arbeit der anderen engagierten Experten regelmäßig bewertet und Ihnen Bericht erstattet. Arbeitet diese Projektüberwachung nicht vertrauensvoll mit den anderen Dienstleistern zusammen oder macht sie immer nur alles schlecht, tauschen Sie sie aus.

  • Planen sie genügend Zeit für Übersetzungen, Befüllung, Lektorat, Testing, Abnahmeprozess und alle sonstigen "Hilfsarbeiten" ein.

  • Schauen Sie sich den Wettbewerb an. Warum machen die Wettbewerber etwas NICHT? Haben die gute Gründe dafür oder sind die wirklich nicht auf Ihre Idee gekommen?

  • Das beste Internetangebot nützt nichts, wenn es nicht beworben wird. Nur sehr selten werden Werbe- Mauerblümchen zu Sensationserfolgen. Haben Sie das Budget und den Atem für umfangreiche Werbemaßnahmen? Diese gehören in das Projektbudget und in die Zeitplanung hinein. Wenn kein großes Marketing-Budget vorhanden ist, sind virales Marketing, Social Network Marketing oder gezielte Ansprache von Opinion Leadern mögliche Alternativen? Auch interne Projekte müssen (intern) beworben und/oder geschult werden.

  • Zwingen Sie den Nutzer Ihres Web-Angebots zu möglichst wenig. Er wird es nur tun, wenn er unbedingt muss. Ansonsten sucht er sich lieber eine Alternative bei Ihren Wettbewerbern. Ein gestörtes Vertrauensverhältnis bleibt durch Zwangsmaßnahmen in jedem Fall zurück. Überzeugen Sie den User durch Leistung davon, das zu tun, was sie von ihm wollen (Beispiel: Bestellprozess sollte auch ohne Account möglich sein - mit Account gibt es aber Vorteile, die Sie gerne anpreisen können).

  • Machen Sie nicht, was machbar ist, sondern nur, was wirklich benutzt werden wird.

  • Haben Sie eine Idee, wie ein bestehender Prozess in Ihrem Unternehmen neu und sehr elegant mit hohem Einsparpotenzial durch eine Online-Lösung verbessert werden könnte? Schaffen Sie zuerst den Wunsch nach dieser Verbesserung, sonst wird die Lösung häufig nicht akzeptiert werden! Ein Appetizer zum Anfassen (Prototyp) hilft, den Wunsch nach der Realisierung bei den internen Adressaten zu erzeugen.

  • Denken Sie rechtzeitig an Ihre Auslandsniederlassungen, deren besonderen Bedürfnisse und speziellen Zeichensätze, Spracheigentümlichkeiten und Online-Gewohnheiten (Zahlungsmethoden, Suchmaschinen, Gadgets etc.).

  • Der gelernte Weg ist oft intuitiver als der bessere Weg: Halten Sie sich für die GUI Ihres Web-Frontends an Abläufe, wie sie im Internet gelernt sind, auch wenn diese Ihnen nicht optimal erscheinen. Wenn Sie diese gelernten Abläufe trotzdem verbessern wollen, testen Sie die Verständlichkeit Ihres neuen Weges ausgiebig oder bieten Sie den althergebrachten Weg als optionale Möglichkeit weiterhin an. Erfinden Sie das Rad nicht neu. Erfinden Sie aber ruhig etwas Neues.

  • Benutzen Sie Software-Bibliotheken und Design-Patterns, um Geld und Zeit in der Entwicklung zu sparen. Suchen Sie sich aber gute Bibliotheken und Design-Patterns aus.

  • Denken Sie auch an die Usability des Backends, wenn es eine häufig wechselnde oder große Bedienmannschaft gibt. Müssen hingegen nur drei bis vier Personen relativ selten mit dem Backend arbeiten, dann dürfen die Prozesse etwas umständlicher sein, wenn es eine gute Dokumentation gibt. Hoffen Sie dann, dass Sie selber nicht zu diesen drei bis vier Personen gehören werden.

  • Testen Sie Ihr Produkt mehrfach während der Entwicklung (das geht besonders gut, wenn man mit den o.g. Prototypen anstatt mit dem Wasserfallmodell arbeitet). Führen Sie keine Usabilitystudien durch, wenn Sie sowieso keine Zeit oder kein Budget für Änderungen haben. Erwarten Sie aber dann kein erstklassiges Ergebnis. Eventuell helfen Ihnen kleine fortlaufende Befragungen, um Usability-Klippen rechtzeitig zu identifizieren.

  • Testen Sie den Erfolg Ihres Produktes kontinuierlich nach dem Launch (hilfreich ist dabei, wenn man vorher Ziele definiert hat - s.o.).

  • Bedenken Sie auch die "weichen" Faktoren des Erfolgs - Ein Banner kann die Markenbekanntheit steigern oder das Markenimage beeinflussen auch wenn es kaum geklickt wird. Leider sind diese Effekte nur schwer oder aufwändig zu messen. Wer aber noch nie Schuhe im Internet gekauft hat weiß trotzdem, dass "zalando" ziemlich viele davon im Angebot hat - Dank des Werbedrucks der zugehörigen Bannerkampagne.

  • Machen Sie A/B-Tests, um Erfahrungen zu sammeln. Berater können Ihnen viel erzählen.

  • Bedenken Sie, dass das, womit Sie sich monatelang beschäftigt haben, vom User in drei Sekunden begriffen werden muss. Ohne jedes Vorwissen! Fachleute, Fans, Nerds und "Heavy Users" dürfen aber zusätzlich mit speziellen und komplexen Features erfreut und an die Marke gebunden werden.

  • Bedenken Sie, dass der User nicht weiß, was auf Ihrem Web-Portal zukünftig geplant ist, welche Features noch kommen werden oder was auf Ihrem Internetangebot an anderer Stelle oder über Umwege möglich ist.

  • Rennen Sie nicht jeder sinnlosen Mode hinterher.

  • Verpassen Sie keinen wichtigen Trend.

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Kann man da noch böse sein?

Gekonnte Kundenansprache in schwierigem Kontext - 27.05.2011, 12:01

Tags: Texten | Feedback | Kaufkriterium | Unternehmenskultur


Hier ein Beispiel vom Tradoria-Versand:

Das Mahnen, es ist eine schwere Kunst,
Sie werden’s oft am eigenen Leib verspüren!
Man will das Geld, doch will man auch die Gunst
des werten Kunden nicht verlieren.

Allein der Stand der Kasse zwingt uns doch,
ein kurz’ Gesuch bei Ihnen einzureichen:
Sie möchten uns, wenn möglich heute noch,
die unten aufgeführte Schuld begleichen.

Man mag die Reime mögen oder auch nicht (immerhin Kreuzreim, nicht nur Paarreim!) - natürlich hab' ich sofort und gerne die vergessene Rechnung bezahlt. Der gute Serviceeindruck wurde durch eine Zahlungseingangsbestätigungsmail schon am nächsten Tag untermauert.


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Wo ist mein Platz?

Informationsarchitektur und Usability im ICE - 24.03.2011, 16:29

Tags: Realsatire | IA | barrierearm | Ärgernis


Die Bahn bekommt sicherlich viele Usability-Verbesserungsvorschläge. Hier ist ein weiterer.

Die Sitze im ICE (zumindest im alten ICE-1) sind in Blöcken nummeriert. Das System lässt sich kaum beschreiben, hat aber sicherlich einen tollen Namen und eine mathematische Begründung. Rechts: Platz 11 ist in der ersten Reihe am Fenster, Platz 13 daneben am Gang. Platz 12 ist in der zweiten Reihe am Fenster, Platz 14 am Gang. Links (hier immerhin das selbe System): Platz 15 erste Reihe am Fenster, Platz 17 daneben am Gang, Platz 16 zweite Reihe am Fenster, Platz 18 am Gang.
Wenn man die rechte Seite entlangläuft ergibt sich folgende an den Plätzen angeschriebene Nummernreihenfolge: 13, 11, 14, 12, 23, 21, 24, 22 u.s.w. Der gefühlte Rhythmus: Vor, zurück, Sprung, eins auslassen, vor, zurück, Sprung u.s.w. Man erkennt, es sind tatsächlich 8er-Blöcke durchnummeriert, denn die erste Ziffer benennt den Bock, die zweite den Platz. Es gibt keine Sitzplätze, die auf 9 oder 0 enden. Schöne Idee, leider gar nicht intuitiv.

Die Blicke der sitzplatznummernscannenden Reisenden jedenfalls sind göttlich, die versuchen, ihren Platz zu finden, dabei immer zum falschen Moment mit dem Blick die Seite wechseln, ihre Reihe verpassen und dann wieder zurück müssen.

Als nettes Feature kommt hinzu, dass die Zählung der Platznummern nicht bei 1 beginnt, sondern eben bei 11. Die oben beschriebene Blockaufteilung führt dazu, dass sich der Sitzplatz mit der hohen Nummer 17 in der er allerersten Reihe befindet! Jeder unbedarfte Fahrgast, der diesen Sitz reserviert hat, wird erst einmal in den Wagen stürzen und drei bis vier Reihen weitergehen, bevor er anfängt, sich die Nummern der Sitzplätze anzusehen. Er geht natürlich davon aus, sein Sitz kommt frühestens ab der vierten Reihe. Dann stellt er allerdings schnell fest, dass etwas nicht stimmt. Unsicher sieht er weiter nach oben (möglichst unauffällig, damit niemand merkt, dass er zu blöd ist, seine Nummer zu finden) und läuft langsam weiter vorwärts - gedrängt von der nachfolgenden Masse an ungeduldigen aber ebenso orientierungslosen Mitreisenden. Zunächst glaubt er, er befände sich am falschen Ende des Wagens, aber die Nummern werden nicht kleiner sondern größer! 17 kann nicht mehr kommen. In dem Moment, in dem ihm klar wird, dass er zurück muss, befindet er sich mindestens schon an der sechsten oder siebenten Reihe. Nur ganz Helle merken es bereits in der fünften. Nun heißt es, sich zurückzukämpfen. Den Stau, der entsteht, kennt jeder Bahnreisende oder kann ihn sich zumindest vorstellen.

Jede Usability-Verbesserung muss auch einen ROI haben, also rechnen wir hier zumindest die Kosten des jetzigen Usability-Bugs aus. Annahme: Durch den Rückstau beim Einstieg braucht es bei jedem Halt im Schnitt 15 Sekunden länger, bis der letzte Passagier eingestiegen ist. Macht bei ca. 1000 ICE-Verbindungen täglich mit jeweils ca. 15 Stopps insgesamt 62,5 Stunden zusätzliche Standzeiten der ICEs in Bahnhöfen pro Tag, die nur auf die kreative Sitzplatznummerierung zurückzuführen sind. Bei durchschnittlich 200 Passagieren pro ICE sind das immerhin fast 1,5 Jahre ihrer Lebenszeit, die da den Bahnkunden Tag für Tag abverlangt werden. Tröstlich ist nur, dass die Reisenden der 1. Klasse hier den gleichen Preis zahlen müssen.

Wie man es besser machen könnte? Keine Ahnung - es gibt sicherlich viele schöne Ideen. Vielleicht schaut man mal bei den Flugzeugen, wie es dort gemacht wird...

P.S.
Ganz so einheitlich und Verständlich wie oben beschrieben ist die Nummerierung dann doch nicht. Wie ich feststellen musste gibt es zur Abwechslung auch einige 4-er Blöcke: 51, 53, 55, 57. Andere 50er Nummern gibt es nicht.


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Darf man einer Statistik trauen, die man nicht selber gefälscht hat?

Fehlinterpretationen essen Daten auf - 20.01.2011, 10:01

Tags: SEO | Tools | Irrtümer


Natürlich nicht! Man aber soll auch keiner Statistik trauen, die systematische Fehler enthält.

In der aktuellen Ausgabe der Weave (01/11) wurde eine Statistik der meistgesuchten Begriffe der verschiedenen Suchmaschinen veröffentlicht:

  GOOGLE YAHOO BING
1. Facebook Routenplaner Facebook
2. YouTube Wetter YouTube
3. Berlin Telefonbuch eBay
4. eBay Spiele GMX
5. Google Lena Meyer-Landrut Jappy
6. Wetter Horoskop Wer kennt wen
7. TV Lottozahlen meinVZ
8. GMX Währungsrechner Firefox
9. You Fernsehprogramm >>Bild<<
10. Test Immobilien Amazon

Im Text dazu wird festgestellt, dass die Statistik wenig erhellend ist. Das stimmt. Aber woran liegt das?

Höchstwahrscheinlich haben die Nutzer von Firefox häufig Google als Startseite und bei den Nutzern von Internet Explorer ist es Bing.
Wenn der Eingabefokus statt auf der Adresszeile des Browser fälschlicherweise auf dem Eingabefeld der Suchmaschine liegt, dann sucht der User aus Versehen nach Amazon, Ebay, Facebook und Co., obwohl er eigentlich direkt dort hin gehen wollte. Anscheinend kommt das so oft vor, dass es für die Statistik relevant ist, mit einem Suchinteresse hat es aber wenig zu tun.

Die Community Jappy scheint also irgendwie ein Suchfeld von Bing in die Startseite der Browser vieler Mitglieder eingeschleust zu haben . So kommt auch sie in den Genuss der falsch ausgelösten Suchanfragen.

Yahoo hingegen scheint nur selten auf Browserstartseiten in Deutschland vertreten zu sein, weshalb diese Statistik wohl am meisten Aussagekraft in Bezug auf die Suchinteressen der User in Deutschland hat. Wenn man sich die genannten Begriffe anschaut, ist sie auch die einzig plausible.

Interessant ist, dass "Test" auf Platz 10 der Suchbegriffe bei Google steht. Das kann ich mir spontan auch nicht recht erklären. Vermutlich wird viel Software geschrieben, um die Trefferlisten von Google zu analysieren. Und die Entwickler dieser Software benutzen eben oft das Wort "Test", um ihre Software zu testen...


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Ja oder Nein?

Dialoge und Formulare für alle - 11.12.2010, 21:50

Tags: Naming | Usability


Formulare oder Dialoge, die Entscheidungen erfordern, müssen immer für drei verschiedene Nutzergruppen funktionieren und verständlich sein:

  1. Genaue: Leser des Kleingedruckten. Diese wollen auf Nummer Sicher gehen und lesen das ganze Formular und die Erklärtexte von oben nach unten.
  2. Scanner: Diese lesen nur Überschriften und fett Gedrucktes, sowie die Beschriftungen der Buttons für zu treffende Entscheidungen.
  3. Eilige Auskenner: Lesen ausschließlich Buttonbeschriftungen.

Formulare, die nur verständlich sind, wenn man auch das Kleingedruckte im Text darüber liest, bremsen Schnellleser oft unnötig aus. Beispiel: Buttons, die "Ja" und "Nein" oder "Download 1 starten" und "Download 2 starten" benannt sind, lassen kleine Entscheidung zu, ohne sich weiter in den beschreibenden Text zu vertiefen.

Schönes Negativbeispiel (hier ist zwar der Platz für die Buttontexte begrenzt, der Erklärtext sorgt aber für komplette Verwirrung):




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Kreativitätstechnik, die einen umhaut?

Der Top-Einschlaf-Trick - 09.12.2010, 02:45

Tags: Tipps&Tricks | Off-Topic | Freizeit


Hast du Einschlafstörungen, obwohl du hundemüde bist? Versuche folgendes:
Stelle dir einen angenehmen Traum in Bildern vor und spinne diese immer weiter. Der Schlaf wird die Gedanken übernehmen, ohne dass du es merkst - und weg bist du! 5 Minuten sind eine lange Zeit, in der du viele möglichst surreale und traumartige Bilder erfinden kannst. Wichtig: Während der Traumreise nicht an konkrete oder reale Situationen oder Probleme denken! Etwa so könnte das aussehen: "Du liegst am Strand und die Sonne wärmt dich. Ein Heißluftballon kommt vorbei, landet und du steigst ein. Du fliegst über das Meer. Der Ballon verwandelt sich in einen Vogel. Du fliegst zu einer schwebenden Stadt. Dort ist ein Kongress auf einem großen Platz und alle Teilnehmer haben einen Löwenschwanz und Pfauenfedern am Rücken. Seifenblasen füllen die ganze Kongresshalle (sic!) und die Kongreßteilnehmer, die jetzt alle aus Stein sind, kleben daran fest." Und so weiter ... Viel Erfolg und gute Nacht!


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Am Anfang war das Licht?

CUI: Car User Interface - 13.11.2010, 15:57

Tags: Benutzbarkeit | Falsche Sparsamkeit | UI | Usability


Wieso ist in einem Auto der einzige (wirklich der einzige!) unbeleuchtete Schalter der Innenraum-Lichtschalter? Hat sich der Designer etwa gedacht "Wieso, wenn ich das Licht aus machen will, isses doch hell und man kann den Schalter leicht finden"?

Ach ja, um den handelt es sich: Saab 900 II.


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Den User verteidigen?

Ein Plädoyer - 01.11.2010, 00:10

Tags: Arbeitsalltag | Berufsfeld | Konzeptionstugenden | Motivation | Unternehmenskultur


Der Konzepter ist _nicht_ der Anwalt des Users, weil dieser nicht auf der Anklagebank sitzt. Vielmehr sollte er der Vermittler zwischen Userinteressen und Auftraggeberinteressen sein und diesen zu einem möglichst harmonischen Miteinander verhelfen.

Abstrakt betrachtet sind die Interessen des Users immer auch die Interessen des Auftraggebers. Seine Herausforderung ist es, diesen Userinteressen besser als die Wettbewerber zu entsprechen, das dann öffentlich bekannt zu machen und gleichzeitig ein erfolgreiches Erlösmodell zu implementieren.


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Wie haben die das früher eigentlich gemacht?

Endlich was Sinnvolles tun - 04.10.2010, 22:02

Tags: Off-Topic | Freizeit | Realsatire | Trend | Web 2.0 | Social Network


Mit Facebook und iPhone kann ich die Zeit in der U-Bahn nutzen. Früher habe ich nur ein Buch gelesen oder nachgedacht.


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Wie hat die Evolution dazu geführt, dass Konzepter pfiffige Ideen haben können?

Morbide Geschichte - 19.08.2010, 11:00

Tags: Konzepter-Population | Off-Topic| Kreativität | Konzeptionstugenden | Satire


Das gute alte Fernsehen hat mir gestern verraten, dass alle Menschen mit einem Gendefekt ausgestattet sind, den alle Affen nicht haben. Dieser Defekt sorgt für unsere vergleichsweise verkümmerte Kaumuskulatur. Der Haupteffekt ist, dass wir damit schlecht zubeißen können. Der Nebeneffekt ist, dass wir nicht die riesigen Kaumuskeln der Affen neben den Ohren unterbringen müssen und das Gehirn Platz zum Wachsen hat.

Wie aber schaffte es nun der erste Affe, der mit diesem Gendefekt geschlagen wer, seine minderwertigen Erbanlagen fortzupflanzen, wo er doch aufgrund seiner mangelnden Beißkraft eines der schwächsten und harmlosesten Mitglieder seiner Gruppe war? Nehmen wir an, dieser mutierte Affe war ein Männchen. Er wollte gerne seine Gruppe anführen und sich fortpflanzen, hatte aber nicht die geringste Chance gegen den starken und erfahrenen Clanchef. Sein großes Gehirn ließ ihn clevere Ideen entwickeln, wie er im Kampf gegen den Clanchef trotz seiner schwachen Kaumuskeln gewinnen könnte. Die beste Idee, die ihm kam und die schließlich auch den gewünschten Erfolg brachte, war den Chef im Schlaf zu erschlagen. Kein anderer Affe war vorher auf so etwas gekommen. So wurde des Menschengeschlecht auf einer wirklich kreativen Idee gegründet und jede neue Idee, die wir haben, hätte ohne diese erste Idee nicht entstehen können.

P.S.
Vielleicht waren die beiden Affen ja auch noch Brüder...?


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Heißt es gut?

Wie man Produkte, die besonders gut sind, besonders gut benennt - 28.07.2010, 14:59

Tags: Tipps&Tricks | Übersetzung | Naming


Eine unsortierte Liste:

  • Gold
  • Premium
  • DeLuxe
  • Profi
  • Power
  • Mega
  • Giga
  • Platin
  • Top
  • VIP
  • Maxi
  • HD
  • Ultra
  • Pro
  • XT
  • 24
  • High End
  • High Fidelity
  • Executive
  • First Class
  • High Class
  • Star
  • *****
  • Plus
  • Choice
  • Edition
  • Exklusiv
  • Selection
  • Line
  • Limited Edition

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Alles Mythen?

User Experience Pitfalls - 09.07.2010, 22:32

Tags: GUI | IA | Informationsarchitektur | Usability | UI


Manches auch kontrovers zu diskutieren aber insgesamt inspirierend:

UX Myths


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Wie geht Gesichtsbuch?

Facebook Facts, Figures, Futorials - 01.07.2010, 23:22

Tags: Tipps&Tricks | Tutorial | Communities | Weiterbildung | Social Network | Web 2.0 | Whitepaper


Von Berliner Brandung:

Deutscher Facebook Blog
Facebook How To


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Native iOS App oder Safari Website ("Web-App")?

Argumente App vs. Web-Browser - 31.05.2010, 14:40

Tags: Checkliste | Me-too | Mode | Trend


+: Vorteil
-: Nachteil

Feature
App
Website
Nutzung der Sensoren (GPS, Kompass, Beschleunigung, Lage)
+
-
( zZ. nur teilweise möglich)
Nutzung Mikrofon, Cam
+
+
Speichern von Daten im Gerät
+
-
(umständlich)
Speichern von Daten auf Server
+

+

Bedarf an Speicherplatz durch Download (+Trafficverbrauch)
-
(begrenzter Speicherplatz)
+
Dauer Ladevorgang beim Start (+Trafficverbrauch)
+
-
Offline-Nutzung möglich
+
-
Zugang zu mit anderen Geräten gespeicherten Daten
-
(nur bei Server-Datenbank)
+
Proprietäre Entwicklung
-
+
Versionsupdate/ Bugfixing
-
+
Zentraler Appstore
- oder + ???
- oder + ???
3D, Games, Animationen
+
-
Flash möglich
-
-
Preis Download und/ oder Nutzung

+ (Anbieter)
- (User)

+ (User)
- (Anbieter)
iTunes kann für Abo genutzt werden
+
-
(über Umwege?)
Andere Bezahlmodelle möglich
-
+
Freigabeworkflow / Abhängigkeit von Apple
-
+
Anzahl Entwickler
-
+

Ergo:

Spiele und persönliche Daten: App
Info und Aktuelles: Web

Allerdings muss man berücksichtigen, dass mit iPad & Co. (noch?) eher nach Apps gesucht wird, als nach Webseiten (auch weil das Surfen im Netz (noch?) nicht 100% befriedigend funktioniert).

P.S.
Oder auch hier lesen


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Wie schön ist das denn?

Eye and Brain Candy - 31.05.2010, 13:41

Tags: Awards | Coole Site | Kreativität


Inspirierend: Kreative Websites


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Hat darauf die Welt gewartet?

A new tools is born - 18.04.2010, 21:56

Tags: Neue Einfachheit | Off-Topic | Tools


In eigener Sache: Jetzt weiß ich endlich, wie langsam meine Rechner sind: www.speed-battle.de . Gibt's auch auf englisch: www.speed-battle.com . Online CPU Performance Vergleich - oder Browser-Speed-Check, ganz wie man will.


Mein Score
9.28
Testreihe:
2657


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Redundanzen erlaubt?

GUI, IA und Zugangswege - 16.03.2010, 21:21

Tags: Informationsarchitektur | UI | Usability


In Zeiten von Schlagworten wie "Gewinnmaximierung" und "Effizienzsteigerung" scheint "Redundanz" mehr denn je auf der Abschussliste zu stehen. Mindestens eine Ausnahme sollte man jedoch bedenken: In der Benutzerführung einer komplexen Website mit breiter Zielgruppe sind Redundanzen von Vorteil. Verschiedene Angebote holen Nutzer mit unterschiedlichen Vorkenntnissen und Vorlieben an jeweils auf sie abgestimmten Stellen ab und führen sie zu den gesuchten Informationen und Prozessen. So kann es sein, dass man von ein und demselben Screen über einen Teaser, die Navigation, eine einblendbare Sitemap, eine Tagcloud (wer das noch machen will) und einen Quick-Link zum gleichen Ziel gelangt. Die Kunst besteht wieder einmal darin, die richtige Balance zwischen überflüssigen oder gar lästigen Doppelinformationen und -funktionen sowie sinnvoller Vielfalt zu finden.


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Ein Formular zu konzipieren ist doch schnell gemacht, oder?

Die Detailtiefe im Feinkonzept macht den Unterschied! - 09.02.2010, 19:42

Tags: Qualitätssicherung | Tipps&Tricks | Deliverables


Hier ein einfaches Beispiel für ein Formular-Feinkonzept:

"Bei Klick auf >>Absenden<< werden die Eingaben überprüft. Bei fehlerhaft ausgefüllten Feldern werden diese rot markiert."

Diese Beschreibung scheint klar zu machen, wie das Fomular verarbeitet werden soll. Zumindest dem Kunden reicht diese Beschreibung meist aus und für ein sehr einfaches bzw. knapp kalkuliertes Projekt muss das vielleicht auch als finale Version des Feinkonzepts genügen.

In der Realisierung werden sich bei dieser oberflächlichen Beschreibung aber viele Fragen ergeben und zu Kopfschütteln oder Ärger bei Designer und vor allem beim Programmierer führen:

  • Was ist überhaupt eine fehlerhafte Eingabe für jedes einzelne Feld?
  • Was ist Pflicht, was optional?
  • Wie sehen die Bestätigungsmeldung und die allgemeine Fehlemeldung des Formulars aus?
  • Gibt es eine einzelne Fehlermeldung für jedes falsch ausgefüllte Feld?
  • Sagt die Fehlermeldung explizit, was falsch ist ("Geben Sie mindestens 3 Zeichen ein", "Geben Sie eine gültige E-Mail Adresse an", "Der Mailserver ist unbekannt") oder nur "Bitte ändern Sie Ihre Eingabe!"?
  • Werden alle falsch ausgefüllten Felder markiert und erklärt oder nur das allererste?
  • Werden die Eingaben im Frontend (Javascript) oder im Backend (PHP) überprüft?
  • Welche richtig ausgefüllten Felder bleiben in der Fehlermeldung ausgefüllt (wie ist das mit Usernamen oder Passworteingaben)?
  • Wie sieht die rote Markierung genau aus (Rahmen, Pfeile, Hintergrundfarbe)? Welches Rot soll verwendet werden?
  • Wird bei e-Mail-Adressen und postalischen Adressen nur die Anzahl von Zeichen, die Syntax oder sogar die Plausibilität bzw. die Adresse oder die Erreichbarkeit von Mailservern überprüft?

Aus einem einfachen Satz zum Fehlerverhalten eines Formulars kann also stundenlange Arbeit werden, wenn man eine sehr detaillierte Beschreibung benötigt. Hier sollte man sich genau überlegen, welche Detailtiefe sinnvoll und vom Budget her möglich ist.

Ein Tipp, wie man relativ simpel ein große Menge der offenen Fragen verbal lösen kann: Einfach ein Beispielformular benennen, das sich so verhält, wie man es sich wünscht: "Fehlerbearbeitung siehe http://www.beispieldomain.de/beispielformular.php". So kann man sich theoretisch eine Menge Arbeit ersparen. Allerdings ist dann der Programmierer genötigt, besagtes Beispielformular diverse Male auszuprobieren, bevor er dessen Funktion verstanden hat - nicht gerade nett vom Konzepter.


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Wo ist das Leck?

Anti-Usability and Deconstructive Engineering - 20.12.2009, 22:05

Tags: Falsche Sparsamkeit | Qualitätssicherung | Testing | Testphase | Sicherheit


Lesson Learned: Jeder halbwegs neue und komplexe Prozess mit intensiver Userinteraktion (nicht nur im Internet) braucht in der Designphase einen Projektabschnitt, der sich damit beschäftigt, wie das System ausgetrickst werden kann und was der technische GAU wäre. Nach dieser Phase muss man dann entscheiden, ob man die gefundenen Sicherheitslecks und Risiken abdichten will.


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What's rocking?

Ergebnisse Eurobest Awards 2009 - 28.11.2009, 13:05

Tags: Coole Site | Kreativität


Gut (Interactive): Toyota iQ Font

STARK (Kino): CANAL+, Closet


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Real oder virtuell?

Das Geheimnis hoher Nachfrage - 26.11.2009, 19:41

Tags: Freelancer | Agenturen | Account Management | Pitch | Realsatire


Wenn fünf Auftraggeber mit je einem Projekt jeweils fünf verschiedene Auftragnehmer fragen, ob sie das Projekt realisieren wollen, denkt jeder dieser Auftragnehmer, er hätte die Gelegenheit, fünf Projekte zu realisieren. So werden aus fünf realen Projekten 25 virtuelle.


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Macht ihr uns mal schnell 'ne Änderung in der 5 Jahre alten Applikation?

Sinn und Unsinn von Dokus - ein Branchengeheimnis - 25.11.2009, 16:51

Tags: Arbeitsalltag | Kosten | Qualitätssicherung


Kunden müssen laut ihrer Firmenrichtlinien für IT-Projekte oft auf einer lückenlosen Dokumentation der bestellten Anwendungen bestehen, um sich nicht vom Hersteller abhängig zu machen. Eine Dokumentation für den Betrieb einer Website/Webapplikation macht sicher Sinn. Eine Dokumentation aber, die es erlauben soll, von einem neu ins Boot geholten technischen Dienstleister schnell Änderungen an der ihm unbekannten Applikation durchführen zu lassen, ist bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von Webapplikationen von 2-5 Jahren nicht sinnvoll. Der Aufwand zur Erstellung einer diesen Zweck wirklich erfüllenden Dokumentation wäre so groß, dass er leicht 30% des Projektvolumens betragen kann. Da das niemand im Online-Business anbieten oder bezahlen mag, wird (zum Glück) meist nur eine Fake- oder Beruhigungsdokumentation erstellt. Sollte wirklich ein neuer Anbieter sich in den alten Code einarbeiten müssen, würde er schnell merken, wie lückenhaft die dafür erstellte Dokumentation ist. Besser ist es für den Auftraggeber, sich von Anfang an einen wirtschaftlich gesunden Dienstleister zu suchen, der wahrscheinlich in den nächsten 2-5 Jahren noch existiert und sich ein gutes Verhältnis zu diesem zu bewahren. Zur Sicherheit könnte man auch die Namen der maßgeblichen Programmierer und IT-Architekten in Erfahrung bringen. Könnte ja sein, dass diese zu dem Zeitpunkt, an dem Änderungen in der Software erforderlich sind, gar nicht mehr beim ursprünglichen Hersteller arbeiten.

Ich habe eigentlich noch kein Projekt erlebt, in dem eine alte Dokumentation von einem neuen Dienstleister für massive Änderungen gebraucht oder wirklich erfolgreich(!) verwendet wurde.


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Gibt es einen universellen Agenturprozess?

Insights - 28.10.2009, 13:05

Tags: Agenturalltag | Arbeitsalltag | Projektplanung | Unternehmenskultur


Es gibt nur ein einziges Tool und einen einzigen Prozess, die in der Projektrealisierung ausnahmnslos von allen Agenturen verwendet werden, die ich bisher von innen gesehen habe (immerhin mehr als 15). Das Tool heißt "Kaffemaschine" und der Prozess heißt "Kaffe kochen".

Im Umkehrschluss heißt das wohl, das alle anderen Tools und Prozesse irgendwie ersetzbar zu sein scheinen.


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Braucht jede Seite einen Eintrag in die Navigation?

Zum Einsatz von "Blindseiten" - 18.10.2009, 11:00

Tags: IA | Informationsarchitektur | Benutzbarkeit | Usability | UI


Blindseiten sind Seiten, die nicht direkt über die Navigation erreicht werden können, sondern die nur aus dem Context, dem Content oder z.B. über die Suche verlinkt sind.

Generell gilt: Am besten wäre es, wenn immer alle Seiten in der Navigation erscheinen, damit sie über möglichst viele Zugangswege (von denen die Navigation einer ist) gefunden werden können. User, die erst einmal einen allgemeinen Überblick über eine Website gewinnen wollen, nutzen oft die Navigation oder die Sitemap - Blindseiten bleiben hier unsichtbar. Aber nicht immer ist es möglich oder sinnvoll einer einzelnen Seite auch einen Navigationspunkt zuzuweisen.

Wann kann man Blindseiten verwenden?
Zum einen dann, wenn der Platz für die Navigation begrenzt ist oder die Navigation zu komplex zu bedienen oder zu verstehen würde, wenn jede Seite dort abgebildet wird.
Zum anderen, wenn sich viele Einzelseiten in einem Bereich stark ähneln. Dies ist z.B. bei Detailseiten in häufig aktualisierten Bereichen der Fall, die einem gemeinsamen Cluster angehören (Termine, Jobs, News). Bei Produkt-Detailseiten kommt es darauf an, wie viele Produkte es im jeweiligen Unterbereich gibt - prinzipiell ist es günstig, wenn man jedes einzelne Produkt auch in der Navigation findet, da User oft nach einzelnen Produkten suchen und dafür u.U. die Navigation verwenden möchten.

Wichtig: Blindseiten sollten nicht mehrere Ebenen in die Tiefe gehen. Nur eine einzige Ebene sollte der Naviagtion fehlen. Wenn es mehr Ebenen wären, würde die Orientierung in der Site trotz Breadcrumbs schwierig werden.

Wie kann man sich behelfen, wenn man Blindseiten weitgehend vermeiden möchte?
Eine Lösung wäre, im Content- oder Marginal-Bereich eine Hilfsnavigation (ähnlich einer Anker-Navigation) einzufügen. Außerdem hilft eine Brotkrumennavigation bei der Orientierung auf Seiten außerhalb der Navigation.


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Welche Interessen hat ein Website-Besucher?

Analytische Vorüberlegungen für ein Zugangskonzept - 14.10.2009, 22:09

Tags: IA | Informationsarchitektur | Benutzbarkeit | Qualitätssicherung

Beispiel für ein erklärungsintensives technisches Markenprodukt..


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Welche Zugangswege gibt es?

Analytische Vorüberlegungen für ein Zugangskonzept - 14.10.2009, 21:21

Tags: IA | Informationsarchitektur | Benutzbarkeit | Qualitätssicherung


Beispiel für ein erklärungsintensives technisches Markenprodukt..

Was hier fehlt: FAQ! Ca. in Höhe auf Cross-Linking.


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Wohin mit doppelt klassifizierbaren Contents innerhalb der Navigation?

Total trickreiche Taxonomie Topografien - 07.09.2009, 23:21

Tags: IA | Informationsarchitektur


Beispiel: Die (vorgegebene) Navigation umfasst unter anderem die Bereiche „Produkte“ und „Service“. Jetzt gilt es, den Content „Online-Produktschulung“, der eigentliche in beide Bereiche passen könnte, zu "verorten". Ich gehe im Beispiel davon aus, dass es noch einige Hauptmenüpunkte mehr gibt und die Seite insgesamt eine gewisse Komplexität aufweist.

Nun gibt es (1.) die Möglichkeit, den neuen Content nur dort zu verorten, wo er am ehesten hingehört. Das hat den Nachteil, dass er im anderen Bereich, wo er eigentlich auch ganz gut passen würde, nicht gefunden wird. Zumindest nicht über die Navigation.

Oder man dupliziert (2.) den Content. Mit dem Nachteil, dass er dann auch doppelt gepflegt werden muss, wenn das CMS dazu nicht automatisch in der Lage ist. Außerdem fragt sich der User, worin eigentlich der Unterschied zwischen den beiden Bereichen besteht, bzw. ob es überhaupt einen gibt.

Oder man verlinkt (3.) aus dem zweiten Navigationsbereich bei Klick auf den Navigationspunkt direkt in den ersten Bereich, wo die Seite abgelegt wurde. Mit dem Nachteil, dass der User unbewusst den Bereich wechselt und wieder Verwirrung über die Bedeutung der beiden Navigationspunkte entstehen kann, bis der User irgendwann die Linkmechanik entschlüsselt hat.

Die beste Lösung ist vermutlich, den Content nur dort zu verorten, wo er am ehesten passt (4.) und im anderen Navigationsbereich eine Verweis-Seite einzurichten, die mit einem Einzeiler-Text auf den Content im anderen Bereich verlinkt. Zusätzlich ist es hilfreich, wenn die Einträge in den beiden Navigationsbereichen unterschiedlich benannt werden, so dass der User beim Browsen durch die Navigation nicht auf zwei exakt gleiche Begriffe stößt (hier z.B. „Online-Produktschulung“ und „e-Learning“). Nachteil dieser Lösung ist, dass aus dem zweiten Bereich zwei Klicks zum Erreichen des Contents notwendig sind.

Natürlich ist auch die Verwendung von Teasern oder Quicklinks etc. möglich - aber hier sollte es ausschließlich um die Problematik der Navigationsstruktur gehen. Ziel einer Navigation ist es nicht, im wissenschaftlichen Sinn streng logisch, sondern für verschiedene Usergruppen intuitiv benutzbar zu sein.


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Machst du mir mal schnell ne Aufwandsschätzung?

Effiziente Schätzstrategie für das Projekt - 06.09.2009, 00:49

Tags: Account Management | Arbeitsalltag | Ausschreibung | Kosten | Pitch | Projektplanung | Tipps&Tricks | weniger ist mehr


Wie schätzt man (z.B. für die Erstellung eines Angebots) den Arbeitsaufwand eines Projekts über das wenig bekannt ist?

Es hilft hier meist nicht, sehr detaillierte Annahmen zu treffen und dann den Aufwand für jeden vermutlichen anfallenden Arbeitsschritt in Manntagen zu schätzen. Diese Vorgehensweise ist sehr aufwändig und auch nicht besonders genau, wenn das Projekt noch sehr vage ist.

Besser ist es, das Projekt mit anderen zu vergleichen, die bereits abgeschlossen wurden. Hier kann man die in der Vergangenheit tatsächlich angefallenen Aufwände (Arbeitsstunden) um gewisse Faktoren korrigieren, die beim gerade aktuell zu schätzenden Projekt (vermutlich) anders liegen und bekommt so sehr schnell einen Überblick über das Volumen des Projektaufwands. Erst vergleicht man altes und neues Projekt grob miteinander und schätzt eine Differenz von +/- X Prozent. Dann vergleicht man im Detail noch einmal die einzelnen anstehenden Aufgaben und schätzt wieder eine Differenz von +/- X Prozent. So sieht man gleich, ob die vorangegangene grobe Schätzung auch plausibel war.

Wenn diesen Vergleich zwei Personen unabhängig voneinander durchführen und mit insgesamt zwei oder drei vergangenen Projekten verglichen wird, kommt man innerhalb von Minuten zu belastbaren Annahmen, die die gleiche oder eine höhere Genauigkeit haben, wie detaillierte Stundenschätzungen für jeden einzelnen Arbeitsschritt.

Ein (vereinfachtes) Beispiel für das Fachgebiet "Konzeption":

  • Grobe Überschlagsschätzung:

    Die Anfrage von Kunde A ("Projekt I") klingt, wie der Relaunch für Kunde B den wir vor 2 Jahren gemacht haben ("Projekt II"): Ein Shop mittlerer Komplexität mit einem neuen CMS und wenigen Schnittstellen. Insgesamt scheint es im neuen Shop mehr unterschiedliche Produkte zu geben und wir kennen den neuen Kunden noch nicht – dafür kennen wir aber schon das CMS, was bei dem Projekt vor 2 Jahren nicht der Fall war. Also schätze ich für Projekt I insgesamt 10% mehr Aufwand als damals für Projekt II.

  • Im Detail:

    Workshop und Grobkonzept: + 20%, da unbekannter Kunde
    Feinkonzept: +5%, da mehr Diversifikation bei den Produkten, vermutlich etwas mehr Templates, sowie ein zusätzlicher Newsletter, dafür aber CMS schon bekannt und weniger Schnittstellen.
    Testing: -30%, da CMS bekannt, einzelne Funktionalitäten schon vorhanden
    Organisation, Abstimmung (intern/extern), Kommunikation: +/- 0%
    Erschwerende / erleichternde Faktoren: +5% wegen Zweisprachigkeit des Shops und erhöhten Anforderungen an Barrierefreiheit

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Wo guckst du?

Konzepter Resources - 05.09.2009, 23:55

Tags: Coole Site | Weiterbildung | Literatur


Nielsens Alertbox
Boxes and Arrows: The design behind the design
A List Apart
User Interface Engineering - Usability Research, Training, and Events - UIE
Digital Web Magazine
Smashing Magazine
UXmatters :: Insights and inspiration for the user experience community
UI Trends
The Hot Strudel
IA TV


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Erfolgreich im Job?

Ambivalenter Ansatz zum Berufsethos - 05.09.2009, 23:15

Tags: Konzeptionstugenden | Arbeitsalltag | Account Management


Ein guter Konzepter macht sich mehr Gedanken über die Karriere des persönlichen Ansprechpartners beim Auftraggeber als über den Erfolg dessen Unternehmens oder seiner Marke. Ein sehr guter nicht.


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Ist das ein neuer Usability-Leitfaden?

Eine Definition - 29.07.2009, 10:21

Tags: Benutzbarkeit | GUI | IA | Informationsarchitektur | Neue Einfachheit | Simplicity | weniger ist mehr


Usability: Das Unbekannte, wenn sinnvoll, logisch aber immer intuitiv gestalten. Das Bekannte bekannt gestalten.

P.S.
Oder anders ausgedrückt: Eine schlechte aber allseits bekannte Usability ist besser als eine gute Usability, die neu erlernt werden muss, da ihre Funktionsweise völlig unbekannt und unerwartet ist – das gilt zumindest für Vorgänge, die nicht sehr oft ausgeführt werden.


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Was macht einen guten Management-Report aus?

Mein Mitbringsel von der IA Konferenz 2009! - 18.05.2009, 19:00

Tags: Buzz-Words | Agenturalltag | Realsatire


Lou Rosenfeld about managment reports:

"Numbers have to be there - even if they are not very valuable. Just to prove that work is happening."


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Wie soll die Betreffzeile einer e-Mail aussehen?

Mikroskopische Informationsarchitektur - 11.04.2009, 12:22

Tags: Tipps&Tricks | Tools | Arbeitsalltag | Benutzbarkeit | Konzeptionstugenden


Betreffzeilen helfen, schnell einen Eindruck über den Inhalt einer Mail zu gewinnen. Wenig hilfreich sind leere Betreffzeilen oder die Verwendung von alten, nicht mehr zutreffenden Betreffzeilen in Antworten, wenn inhaltlich gar kein Bezug mehr auf das urspüngliche Thema genommen wird.

Wie sollte die „perfekte“ Betreffzeile gestaltet sein? Folgende Elemente sind sinnvoll:

  • Prefix: URGENT oder ANSWER NEEDED SOON (möglichst selten anzuwenden!)
  • Projektname/Kürzel (kann weggelassen werden, wenn der Adressat sowieso nur an einem einzigen Projekt arbeitet)
  • Art der Mail (Bericht, Frage, Feedback, Feedback needed, Info, Memo, Protokoll, Orga, Problem …)
  • Thema (3-6 Wörter zur inhaltlichen Beschreibung der Mail)

Und das alles natürlich so verständlich und so kurz wie möglich.

Beispiel: „Relaunch09 - Neues Problem - Wir kriegen keine Internetverbindung ins Hotel!“


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Wie skaliert man den kompletten Inhalt einer Powerpoint-Folie?

Tool-Tipp - 02.04.2009, 21:55

Tags: Tipps&Tricks | Tools


So skaliert man den komplett Inhalt eines Powerpoint-Slides maßstabsgetreu (und mit Schriftgrößen!) :

Ohne Schrift ginge es mit "gruppieren - skalieren - entgruppieren". Mit Schrift muss man aber die Folie erst in ein neues Dokument kopieren. Dort dann die Seitengröße unter "Seite einrichten" ändern (größere Seite wählen, wenn man verkleinern will). Dann das Slide in das Ursprungsdokument zurückkopieren. Ein paar Ränder können jetzt verrutscht sein, aber im Großen und Ganzen werden alle Teile gleichmäßig skaliert, auch die Schrift.


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Was machte die vergangenen Jahrzehnte aus?

Off-Topic Gedanken - 01.02.2009, 09:43

Tags: Trend | Checkliste


An welche Schlagworte wird man sich in 20 Jahren an den Stammtischen der Republik zu jedem Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erinnern?

Die 50er:
Wirtschaftswunder und Aufschwung
Kalter Krieg - Korea
Rock 'n' Roll und Rockabilly

Die 60er:
Sixties Style
Flower Power und Hippies
Mehr kalter Krieg - Berliner Mauer
Vietnam
Rock, Beatles und Rolling Stones
Studentenbewegung

Die 70er:
Disco und Glamour
England: Punk, Mods, Skins
Rock-Giganten: Genesis, Stones, AC/DC
Drogen

Die 80er:
Punk, No Future, Hausbesetzungen
Neue Deutsche Welle
Madonna, U2, Westernhagen und Co.
Popper, Waver, Gothic
EU
PC, Computerspiele, BTX und FidoNet

Die 90er:
Apple-Kult
Handys
Internet
Wiedervereinigung und Entspannung

Die 2000er:
iPhone und iPod
Internet-Blase
Finanzkrise/Wirtschaftskrise
9/11, Irak und Afghanistan

Die 10er:
Mobile Web?
Klimawandel und Naturkatastrophen?
China?
...


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Was wollen wir nicht mehr lesen?

Laaaangweilig! - 13.01.2009, 21:57

Tags: Buzz-Words | Enttäuschung | Konzeptionstugenden | Kreativität | Me-too | Ärgernis


Sprüche, wie ...

"Jetzt ABC und gewinnen!"
"Jetzt XYZ und sparen!"
"ABC und einfach DEF!"
"Einfach UVW und XYZ!"

Laaaangweilig!

Auch schlimm:

"Kostenloser Newsletter!"


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Was hat's gekostet?

Hey, lasst doch mal die guten Ideen gewinnen! Nicht nur die extrem aufwändigen! - 20.11.2008, 21:57

Tags: Awards | Kreativität | Kreativranking | Coole Site


Obwohl die Idee nicht besonders originell ist, würde man wahrscheinlich beim London International Advertising Award mit folgender Idee gewinnen: Man schießt einen Beamer mit einer Rakete in eine lunare Umlaufbahn, um auf die komplette Oberfläche des Mondes das Bild der Erde zu projizieren. Zum Beispiel als Werbung für den Fernsehsender HBO. Hauptsache es war teuer und die Vorbereitungszeit hat lange gedauert - egal wie gut die Idee ist.


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Warum zurückfüttern?

Web-Projektentwicklung unter Qualitätsdruck - 22.10.2008, 12:30

Tags: Phasenmodell | Projektplanung | Qualitätssicherung | Iteration


Schon wieder ein Beitrag zu diesem Thema, aber mit anderem Aufhänger (siehe Wie entsteht Bedienkomfort?)!

In der "brand eins" vom November über das Thema "Improvisation" heißt es, ein rein deutscher Ansatz sei es, ein Projekt in eine Konzeptions- und eine anschließende Realisierungsphase einzuteilen. In angelsächsischen Ländern dominiere die Projektrealisierung durch Feedback-Runden und Trial-And-Error.

Gerade für komplexe Webprojekte ist diese Methode aber auch in Deutschland vorzuziehen. Besonders, wenn die Qualität der Anwendung primäres Ziel ist. Statt der hierzulande üblichen (unverrückbaren) Reihenfolge

1. Grobkonzept
2. Feinkonzept
3. Technische Spezifikation
4. Umsetzung
5. Funktionales Testing
6. Usability-Test
7. Anpassungen
8. Go-Live

sollte man folgende (flexibel zu handhabende) Reihenfolge anwenden:

1. Zieldefinition
2. Grobkonzept
3. 1. Prototyp
4. Überprüfung Zielerreichung
5. 2. Prototyp
6. Usability-Test
7. Beta-Release
8. Go-Live

"Anpassungen" erfolgen laufend zwischen den Schritten. Vermutlich ist diese "amerikanische" Methode auch nicht teurer (aber auch nicht billiger!) als die deutsche, da man sich einige umfangreiche theoretische Spezifikationen und Dokumentationen sowie vollkommen überverfeatureter Rohrkrepierer sparen kann. Sie sollte aber zu einem qualitativ besseren Ergebnis als die "Wasserfallmethode" führen und bedeutet, dass die Teams in anderer Zusammensetzung und anderer Reihenfolge arbeiten müssen. Einige andere dafür notwendige Umstellungen sind außerdem noch im alten Blog-Beitrag Wie entsteht Bedienkomfort? beschrieben.


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Datei, wie sei dein Name?

Beitrag zum Thema "Dateinamen-Konvention" - 06.09.2008, 22:00

Tags: Tipps&Tricks | Arbeitsalltag | Informationsarchitektur | Qualitätssicherung | Projektplanung | Orga | Konzeptionstugenden


Mein Vorschlag zur optimalen Dateibenennung (eigentlich ein Projektmanagementthema, hat aber natürlich auch schwer mit IA zu tun):

Dokumententyp_Projektname_Kundenkürzel_Agenturkürzel_JJMMTT_Version_letzterAutor

Beispiel:

Grobkonzept_Relaunch09_DB_K+L_081224_v1.2_fg.doc

Nach Namen sortiert stehen die inhaltlich ähnlichen Dokumente zusammen, gleiche Dokumente mit unterschiedlichen Versionen stehen direkt untereinander und auch losgelöst von einer Ordnerstruktur kann man (Agentur und Kunde) über Kundenkürzel und Agenturkürzel schnell eine Zuordnung treffen, ohne das Dokument öffnen zu müssen.

P.S.
Underlines sollten keine weiteren als die oben gezeigten verwendet werden, sondern nur Bindestriche, wie bei "Relaunch-Webspecial-09".


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Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass...?

Astronomischer Gedankenspaziergang - 08.09.2008, 21:57

Tags: Off-Topic


...es im Universum einem Planeten gibt, um den ein einziger Mond kreist, der vom Planeten aus praktisch genauso groß erscheint, wie die Sonne dieses Planeten?

Alles klar?!

Hat sich darüber schon mal jemand Gedanken gemacht?


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Hat jemand die Spiralen für die Bindemaschine gesehen?

Die letzten Minuten vor der Pitchpräsentation - 06.09.2008, 21:10

Tags: Account Management | Tipps&Tricks | Agenturalltag | Arbeitsalltag | Realsatire | Unternehmenskultur | Projektplanung | Orga


"Die sind alle! Haben wir aber nachbestellt!"
"Aha! Schön zu wissen!"
08:34 Uhr in der Agentur. Um 10:00 Uhr ist die Pitchpräsentation und wenn wir nicht in einen Stau kommen, brauchen wir mindestens 45 Minuten. Die Handouts für den Vorstand sind endlich, nach ad-hoc Reparatur des Farblasers und Neuausdruck aller Seiten wegen falscher Fußzeilen, produziert, liegen aber nur als lose Blattsammlung vor. Und der Copyshop öffnet erst um 09:30 Uhr. Die Binde-Spiralen sind definitiv alle!

Wenn man eine derartige Situation vermeiden will (die man zwar irgendwann schmunzelnd seinen Enkeln erzählen kann), die langfristig dafür sorgt, dass man den Job stressig findet, plant man besser die Projekte so, dass alle Dokumente 24 Stunden vor der Präsentation fertig „zu sein haben“. Dazu gehört natürlich ein Commitment aller Beteiligten, diesen Termin halten zu wollen, sowie die Übereinkunft, dass selbst wenn noch kleineres Optimierungspotenzial nach Ablauf dieser Frist gefunden werden sollte, man auf eine Überarbeitung der Unterlagen verzichtet. Auf den letzten Drücker fertig zu werden ist irgendwie nicht cool, sondern meist schlechte Planung.


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Was ist "Datensicherheit"?

Eine Begriffsdefinition - 06.09.2008, 20:55

Tags: Buzz-Words | Übersetzung


"Datensicherheit" hat drei Aspekte:

  • Datenschutz: Persönliche Daten sollen nicht absichtlich an Unbefugte weitergegeben oder absichtlichn unbefugt oder illegal verwendet werden
  • Datenintegrität: Daten sollen nicht unabsichtlich von Unbefugten eingesehen oder verwendet werden können
  • Datensicherheit (Datenverfügbarkeit): Daten sollen nicht verloren gehen bzw. zur Verfügung stehen, wenn sie gebraucht werden

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Master of Trivial Pursuit gesucht?

Was braucht ein Konzepter - Reloaded - 01.07.2008, 20:22

Tags: Berufsfeld | Kreativität | Coole Site | Berufsbezeichnung | Konzeptionstugenden


SinnerSchrader sucht einen Senior-Konzepter mit ausdrücklich "sehr gutem Allgemeinwissen". Oho! Das ist erfreulich.
Wäre eine weitere Ergänzung für Was braucht ein Konzepter.

Außerdem sind die changierenden Farben auf der Startseite sehr schön anzusehen: SinnerSchrader
Auch der Ansatz, die eigene Website fast nur aus Frames von anderen Webangeboten zusammen zu setzen ist sehr interessant und ziemlich kreativ. Von Seiten der Usability natürlich allerdings dann doch eher ... naja. Desahlb wird sich die neue Website wohl auch nicht länger als 18 Monate halten können. Nicht schön ist auch, dass man Verlinkungen aus dem Fischmarkt-Blog heraus jetzt nicht mehr findet, weil die alte Website wohl abgeschaltet ist.

Grüße nach Ottensen!


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Tired of "Wenn sich meine Navigation ändert, muss ich alle Folien überarbeiten!!!"?

Für alle, die noch mit Powerpoint ihre Wireframes machen: Templates nutzen! - 21.06.2008, 21:45

Tags: Tipps&Tricks | Tools | Arbeitsalltag | Qualitätssicherung


Mit Powerpoint Folienmastern kann man wiederkehrende Folieninhalte an zentraler Stelle pflegen:

  • Mehrere unabhängige Folienmaster sind möglich.
  • Jedem Folienmaster kann ein einziger Titelmaster für die Titelfolie/n zugeordnet werden, der von seinem Folienmaster bestimmte Merkmale erbt, die aber nachträglich überdefiniert werden können.
  • Man sollte die Folienmaster auf „beibehalten“ setzen, sonst werden sie gelöscht, wenn die letzte Folie gelöscht wird, die diesen zum Master hatte.
  • Die automatischen Angaben (Platzhalter) <Nr.>, <Datum> müssen für jede Folie über Ansicht-Kopfzeile/Fußzeile auch sichtbar geschaltet werden, sonst kriegt man sie auf den Präsentationsfolien nicht zu sehen!
  • Falls man sich die Platzhalter für Datum, Seitennummer, Titel etc. gelöscht hat, kann man sich diese über den Masterlayout-Button wieder auf den Master holen.
  • Die Seitennummerierung kann man mit „Seite einrichten“ unterschiedlich beginnen lassen. Aus Word bekannt.
  • Außerhalb der Master-Ansicht: Wählt man eine (normale) Folie aus der Übersicht ganz links in Powerpoint per Klick aus und wählt anschließend ganz rechts in den Foliendesigns (nicht -layouts!) per Klick einen Master dazu, so wird dieser - schwuppdiwupp - für ALLE Folien der Präsentationen übernommen. Um das zu vermeiden, muss man das kleine Dropdown neben dem Master benutzen, um diesen „nur für die ausgewählte Folie“ anzuwenden.

Ansonsten kann man Wireframes natürlich auch mit Visio machen, oder mit Axure, oder sogar mit Word! Alle Programme haben ihre Vor- und Nachteile und so ist es manchmal vom Projekt, den Erwartungen an die Dokumente und von den beteiligten Parteien abhängig, welches am besten geeignet ist. Ein späterer Artikel wird sich irgendwann mit den Auswahlkriterien für Applikationen und Formate zur Feinkonzept-Erstellung befassen.


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"Röm. Versammlungsplatz" mit fünf Buchstaben?

Forum, leicht gemacht für jedermann - 08.06.2008, 22:21

Tags: UI | IA | Informationsarchitektur


Foren sind Dinosaurier. Es gibt sie schon viel länger als das Web 2.0 und auch länger als das Web 1.0. Ihre Anfänge hatten sie in Bulletin Boards und der BBS Software Anfang der achtziger Jahre (Achtung: Nix Internet sondern Fidonet, Telfonhörer, Modem, Akustikkoppler und so... Die Mutter aller Peer-to-Peer-Netzwerke sozusagen). Aber warum sind dann Internet-Foren trotz der langen Erfahrung, die man mit ihnen hat, immernoch so sehr unterschiedlich und in der Handhabung häufig schlecht implementiert? Nicht einmal bei den Yahoo Web Patterns gibt es einen Vorschlag, wie Foren idealerweise zu realisieren seien. Immerhin macht Martijn van Welie in seinen Web Patterns einen vernünftigen aber sehr knappen Vorschlag zu diesem Thema.

Was wir häufig in Foren sehen, sind lineare Threads, die streng nach Datum der Einträge geordnet sind. Diese Anordnung ist sinnvoll, wenn den Leser nur die neuesten Einträge interessieren (wie das bei Moderatoren oder bei Lesern der Fall ist, die das Forum kontinuierlich verfolgen). Wer ein altes Forum aber nachträglich und nur punktuell liest, der verliert schnell den Überblick, wenn auf Postings geantwortet wurde, diese Antwort aber optisch nicht dem Ursprungsposting zugeordnet, sondern einfach unten an die Liste angehängt ist. Selbst die korrekte Verwendung von Zitaten hilft kaum, wenn es zu Antworten auf Antworten kommt. Eine Lösung kann die vorgelagerte Darstellung des Threads als Baumstruktur sein (wie beim heise.de-Forum ), die aber weitere Klicks und vor allem Rücksprünge in die Baumstruktur nötig macht, um zu navigieren. Besser ist die Darstellung mit Einrückungen, in der die Antwort direkt unter dem Bezugsposting steht und nach rechts eingerückt wird. Hier ergibt sich das Problem, dass bei mehr als 10 bis 15 Antwortebenen eine Einrückung aus Platzmangel nicht mehr darzustellen ist. Ein Fall allerdings, der selten auftritt und den man dann getrost in Kauf nehmen kann. Ein sinnvolles Detail ist es, das Threadthema auf jeder Seite der Paginierung oben (ggf. verkleinert) zu wiederholen. Am allerbesten ist ein Forum, wenn der User seine Lieblingsdarstellung wählen und jederzeit zwischen verschiedenen Ansichten umschalten kann. Die Foren-Software Jive erlaubt derartiges Umschalten, allerdings ist mir kein Beispiel bekannt, wo es auch genutzt wird.

Weitere Probleme bei der Darstellung von Foren sind:

  • Welche Foren/Threads haben neue Beiträge seit meinem letzten Besuch und wo sind diese neuen Beiträge?
  • Welche Foren/Threads haben viele Beiträge in der letzten Zeit erhalten (sind „hot“)?
  • Wo sind meine Postings? Und wo neue Antworten auf meine Postings?
  • Wer hat wann das letzte Posting in einem Forum/Thread geschrieben?
  • Was ist das Thema des Threads/Postings? Häufig werden die Überschriften nach 20 Zeichen abgeschnitten und sind damit wenig erhellend.
  • Wie viele Antworten gibt es auf einen Thread oder ein Posting?
  • Wie viele Hits hat ein Thread oder Forum?
  • Wie stelle ich all diese Informationen unaufdringlich und übersichtlich dar?

Auf motor-talk.de wird all dies ganz gelungen dargestellt. Es lohnt sich, hier mal rein zu schauen.

Da einfache lineare Foren den de facto Standard darstellen, auch wenn sie für die Benutzung oft überhaupt nicht ideal sind, sollte man sich überlegen, ob man für ein neu geplantes Forum diese vertraute Darstellungs- und Gliederungsform überhaupt aufgeben darf. Durch die Neuartigkeit einer Baum- oder der Einrückungsdarstellung schafft man für viele Benutzer höhere Hürden, als man durch die bessere Informationsarchitektur dieser alternativen Darstellungsformen abbauen kann (s. Usability-Paradoxon). Allerdings spricht nichts gegen, die hier besprochenen anderen Darstellungsmethoden für Foren als Alternativen zusätzlich anzubieten. Vielleicht setzt sich die eine oder andere davon ja mit der Zeit durch.


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Was bringen Anhänger-Wolken?

Gedanke zum Tag-Cloud-Hype - 07.06.2008, 11:29

Tags: Web 2.0 | Mode | Feature


Kein Platz auf einer Startseite ist teurer verschenkt als der für eine Tag-Cloud.

Wo es Sinn macht, ist gute alte "Top-List" wesentlich übersichtlicher und verbraucht weniger Platz.


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Was ist schlechter aber dennoch besser?

Das Usability-Paradoxon oder "Die Trägheit der Masse" - 09.05.2008, 23:58

Tags: Benutzbarkeit


Paradox: Von der Usability her schlechtere de facto Standards schlagen bessere aber unbekanntere Methoden in der Usability. Die bekannteren Methoden sind eben wegen ihrer größeren Verbreitung von der Mehrzahl der User intuitiver zu bedienen (einmal gewählte Zielgeschosse in einer Aufzugskabinen-Steuerung lassen sich niemals abwählen! Den Blink-Wunsch nach rechts oder links im Auto muss man durch eine Schaltbewegung nach oben oder unten ansteuern!).

Zum Thema:
Zwei Knöpfe, kein Plan!

und
Technikärgernisse


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Honorar or not Honorar?

Pitchhonorare: Ein Vorschlag - 16.04.2008, 11:25

Tags: Arbeitsalltag | Account Management | Ausschreibung


Die Frage nach einem Pitch-Honorar kann natürlich die Atmosphäre mit dem Auftraggeber trüben. Andererseits werden bei einem umfangreichen Pitch mit vielen Teilnehmern manchmal monetäre Werte in der gleichen Größenordnung „vernichtet“, wie eigentlich beauftragt werden sollen. Oder noch schlimmer: Am Ende des Pitches wird niemand beauftragt, auch der Gewinner nicht (kommt vor!). Ein erfolgsabhängiges Pitch-Honorar kann für beide Seiten einen guten Kompromiß darstellen. Den Vorschlag dazu kann man auch als Agentur durchaus machen. So sieht er im Detail aus:

Ein angemessenes Pitchhonorar (mindestens 70% der vermutlich anfallenden Kosten) wird bei Abgabe der Pitchunterlagen an jeden Teilnehmer gezahlt. Kommt eine Agentur in das beste Drittel der Teilnehmer (oder wird Zweiter), darf sie das Geld behalten. Im mittleren Drittel platziert zahlt sie 40% zurück. Landet sie im unteren Drittel, zahlt sie 90% zurück. Hierfür müssen allen teilnehmenden Agenturen die Ergebnisse des Pitches in einer Rangfolge bekannt gegeben werden (wobei jeder Agentur jeweils nur diejenigen Agenturen genannt werden, die vor ihr im Ranking gelandet sind!). Gründe für die Platzierungen müssen nicht angegeben werden. Die Rückzahlung des Geldes wird fällig, wenn innerhalb eines Jahres nach Ende der Ausschreibung die im Pitch aufgerufenen Leistungen an einen Pitchteilnehmer nahezu komplett (mehr als 75%) beauftragt werden. Das Pitchhonorar ist, wenn der Auftraggeber dies wünscht, auf einem Treuhandkonto zu hinterlegen, evtl. Gebühren übernimmt der Auftraggeber.

Klingt zumindest gerecht.

P.S.
Wenn der Auftraggeber eine solche Regelung von sich aus nicht vorsieht, so kann doch jede teilnehmende Agentur versuchen, etwas Ähnliches für sich selbst auszuhandeln.

Besonders gute Argumente hätte die Agentur natürlich, wenn ein solches Verfahren von einem offiziellen Gremium (BVDW o.ä.) empfohlen würde.

Andere Rahmenbedingungen, die man wissen sollte, bevor man sich zur Teilnahme an einem Pitch entscheidet:

  • Wie viele Agenturen nehmen teil (im Idealfall: welche)?
  • Nimmt der Etathalter teil (im Idealfall: warum)?
  • Welches ungefähre Budget (ruhig +/- 50%) und welche Zeitvorgaben hat der Kunde für die ausgeschriebenen Leistungen?

- Nehmen mehr als 5 Agenturen teil, dann muss man schon ein gutes fachliches Selbstbewußtsein haben, um trotzdem mitzumachen. Vor allem, wenn man vorab überhaupt keine persönlichen Kontakte zum Auftraggeber hat. Irgendwelche der anderen Agenturen haben sie nämlich.
- Nimmt der Etathalter an der Ausschreibung teil, besteht immer die Gefahr, dass es sich nur um einen pro forma Pitch handelt.
- Ohne Veröffentlichung der Budgetvorstellungen droht die Gefahr, dass der Kunde um den Faktor 10 kleiner denkt als die Agenturen oder dass eine der Agenturen um den Faktor 10 kleiner denkt als alle anderen.

P.P.S.
Stark: http://www.kampagnenstart.de/2005/05/24/konnen-sie-auch-altweiss


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Was macht ein Konzepter eigentlich?

Kein Versuch einer Definition - 10.03.2008, 11:01

Tags: Tipps&Tricks | Checkliste | Berufsbezeichnung | Projektplanung


Das ist eine gute Frage. Immer wieder erklärt man Freunden, Bekannten oder Familienangehörigen (oder sogar potenziellen Auftraggebern!), was man als Konzepter eigentlich macht und am Ende kommt dann meist die glückliche Erleuchtung beim Gegenüber: "Ach, du bist also Webdesigner!" Sofort zweifelt man an den eigenen Fähigkeiten, relativ abstrakte Informationen einfach zu präsentieren. Eine Fertigkeit, die man ja als Konzepter eigentlich dringend haben sollte. Wenn es ganz arg kommt oder man die Reaktionen noch nicht gewohnt ist, stürzt man darüber vielleicht sogar in eine berufliche Sinnkrise. Aus Verzweiflung kann man also entweder mit anderen Worten von vorne mit dem Erklärungsversuch beginnen oder ein "ich mach' Informationsarchitektur" hervorstammeln. Der Begriff "Informationsarchitektur" besteht aus zwei einzelne Worten, die der Gegenüber kennt und einschätzen kann und deren Kombination wichtig, beeindruckend und selbsterklärend klingt. Im günstigsten Fall reicht das, um den Frager vor weiterer Verbalrecherche abzuschrecken. Als Erkenntnis bleibt: Dass Konzeption einer Website eigentlich notwendig ist, wird landläufig keineswegs als selbstverständlich angesehen - jeder, der sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat, denkt eigentlich nur an einen Designer und vielleicht noch an einen Programmierer, die man für so ein Projekt brauchen könnte. Projektmanager und Konzepter haben keine öffentliche "Awareness". Zum Glück merkt jeder, der eine Website machen oder beauftragen will, schnell von ganz alleine, dass mindestens diese zwei Gewerke auch noch dringend gebraucht werden.

Von diesem Dilemma der Berufsbeschreibung sollte dieser Blogartikel allerdings überhaupt nicht handeln! "Was macht der Konzepter eigentlich" bezieht sich vielmehr auf die beliebte, oft humoristisch verwendete Frage auf das, "was hinten raus kommt". Was liefert der Konzepter eigentlich an Dokumenten? Diese Frage ist entscheidend für die Aufwandsabschätzung und für die Projektplanung und sollte in jedem guten Projekt zusammen mit einer Timeline der jeweiligen Lieferzeitpunkte vorab geklärt werden. Dabei geht es nicht nur um die Dokumente, die dem Kunden übergeben werden sollen, sondern auch um die Dokumente, die für das Projekt intern benötigt werden. Diese ganze Planung wird allzu gerne vergessen.

Mit einer einfachen Liste kann man bestimmen, welche Deliverables vom Konzepter direkt oder unter dessen Mitarbeit erstellt und gepflegt werden müssen. Durch Abstreichen der für ein bestimmtes Projekt zutreffenden Punkte kann man zusammen mit dem Projektmanager sehr schnell den konzeptionellen Aufwand eines Projekts überschlagen. Entscheidend ist, zusätzlich zu der Auswahl der Dokumente auch eine Liefer-Timeline, den Detaillierungsgrad und voraussichtlichen Umfang jedes Dokuments abzuschätzen (den Detaillierungsgrad beschreibt übrigens nichts besser und schneller als ein geeignetes allen Beteiligten bekanntes Beispiel ("Best Practice")).

Deliverables Konzeption

  • Rebriefing
  • Exposé
  • Workshop
  • Main Idea
  • Grobkonzept
  • Sitemap
  • Screenliste (Mengengerüst)
  • (Angebot, Aufwandsschätzung)
  • Use Cases (i.S.v. "Anwendungsfälle")
  • Prototyp/Mockup/Klickdummy
  • Navigationskonzept
  • Zugangs-/Suchkonzept
  • Barrierefreiheit
  • User Stories
  • Personas
  • Mental Model
  • High Value Scenarios
  • Userflows/User Journeys durch die Site
  • Templates
  • Feinkonzept (Wireframes/Scribbles, Use Cases, Prozessdiagramme/Flowcharts - alles ggf. in einer gröberen "Abnahmeversion" und einer detaillierteren "Produktionsvorlage")
  • Rechte-Feinkonzept (Frontend)
  • Storyboard (bei Animationen und Games etc.)
  • Templatekonzept mit Zuordnung zu Screens/Sitemap
  • (Styleguide)
  • (Testkonzept)
  • (Usability-Lab Planung)
  • Rollen- und Rechtedefinition
  • SEO
  • Mehrsprachigkeit
  • Workflowkonzept (Backend und/oder Frontend)
  • Backend-Feinkonzept ("Pflegekonzept"), Redaktionsmasken
  • Claims, Copytexte, Textbook
  • Asset-Liste (Bilder+Texte+Tabellen+Download-Files etc.)
  • Nicht zu vergessen: Alt-Texte, 404, Druckansichten, Formulare, Fehlermeldungen, Mailtexte, dynamisches Fensterverhalten

Für die Abschätzung des Konzeptionsaufwandes sind dann noch zu berücksichtigen: voraussichtliche Kundenabstimmungsmeetings, interne Abstimmungsmeetings, Korrekturschleifen, Reisezeiten, Recherchezeiten ...

s. hierzu auch: Was kostet ein Feinkonzept?


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Design vs. Barrierefreiheit?

Eine Erweiterung der 'Simple Mode'-Idee - 16.01.2008, 21:45

Tags: GUI | UI | Textbrowser | barrierearm | Screenreader


Coole Grafik oder Barrierefreiheit? Trotz guter Designer mit Barrierefreiheits-Know-How muss man sich meistens letztendlich zwischen diesen beiden Ansätzen entscheiden. Eine wirklich außergewöhnliche, extravagante und hochklassige Designleistung ist meist nicht barrierefrei umzusetzen (oder sie ist gleich komplett in Flash gedacht). Das hat zur Folge, dass alle Websites der öffentlichen Hand 1a barrierefrei sind, aber fast gleich aussehen. Und alle Markenkommunikationssites sehen klasse aus, pfeifen aber auf Barrierefreiheit.

Bevor man sich hier überlegt, wie man beiden Ansätzen in einer Lösung gerecht werden kann und daraus ein fauler Kompromiss entsteht (weder innovatives Design noch 100% barrierefrei), sollte man dem Auftraggeber gleich eine zweigleisige Lösung nahe legen. Ein gutes CMS kann alle Inhalte in verschiedenen Layouts rendern und so kann eine ausgefeilte Grafiklösung ohne Barrierefreiheit als Master und 95% der Besucher produziert und eine extrem schlicht gehaltene Text-Lösung als barrierefreier Fallback zusätzlich geliefert werden. Wichtig für die Benutzbarkeit ist dabei, dass man auf jeder Seite in den jeweils anderen Darstellungsmodus wechseln kann. So ähnlich, wie es beim Simple Mode gedacht ist.

Die Doppelaufwände hierfür sind vermutlich nicht höher als die Aufwände für die Versuche, ein komplexes Layout 100% barrierefrei hinzubekommen.

P.S.
Die vorgeschlagene Lösung wird schon lange vereinzelt für Flash-Seiten angeboten, für innovatives HTML-Design ist sie aber anscheinend noch nicht in Verwendung.


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Wer muss testen?

Red (Konzepter) vs. Blue (Entwickler) - 24.12.2007, 19:31

Tags: Unternehmenskultur | Agenturalltag | Agenturen | Arbeitsalltag | Testing | Testphase | Qualitätssicherung


Testen macht keinen Spaß! Den allermeisten Menschen zumindest nicht. Wer muss es also machen? Entwickler und Konzepter sehen da meisten den gleichen Sündenbock: Den Projektmanager. Doch der ist es nicht! So traurig es sich anhört: Entwickler und Konzepter müssen selber testen (und dafür auch die nötige Zeit haben). Der Projektmanager muss die implementierten Funktionen eigentlich gar nicht bis ins letzte Detail kennen - es ist allerdings nicht schlecht, wenn er es doch tut und damit das Testen unterstützen kann. Bei großen Projekten hilft ein Testplan, der, wenn er gut ausgearbeitet ist, auch von Dritten absolviert werden kann. Diesen Testplan schreiben aber wiederum hauptsächlich Konzepter und Entwickler. Beide kommen in fast jedem Fall um's eigenhändige Testen nicht herum. Der Eine nach Fertigstellung der Funktion, der Andere zur finalen Abnahme nach dem Testlabor (wenn es denn eines gibt).

Sollte das soweit geklärt sein, kommt es trotzdem immer wieder zu unschönen Szenen zwischen Concept Development und Engineering: Einerseits: "Warum testet der Entwickler nicht, was er macht?", "Warum liest er das Konzept nicht?", "Warum muss ich alles doppelt und dreifach testen?" Andererseits: "Warum konzipiert der Konzepter so unverständlich und immer wieder alles neu, obwohl wir schon Lösungen haben?", "Warum muss ich mir die Spezifikationen aus irgendwelchen Textboxen zusammensuchen?, "Ich habe kein Powerpoint auf meinem Linux-Rechner und will es auch gar nicht haben - arbeite ich halt mit uralten Ausdrucken!", "Warum vergisst der Konzepter immer die Spezialfälle?", "Wo testet der eigentlich? Bei mir lokal läuft's doch!"

Es ist schwer zu klären, wer hier "Recht" hat. Was hilft sind jedoch etwas weniger detaillierte Wireframes und stattdessen zu jeder Funktion oder zu jedem Screen eine (sehr einfach zu haltende) Liste der zu testenden Fälle und erwarteten Ergebnisse, die der Konzepter für den Entwickler schreibt. Dies sind dann vereinfachte Usecases. Hat der Entwickler alle aufgelisteten Fälle 100% positiv getestet und die Ergebnisse protokolliert, gibt er die Funktion frei zum (hoffentlich ersten und finalen) Test durch den Konzepter. Das Schreiben der Liste macht kaum Mehrarbeit für den Konzepter und der Entwickler weiss, woran er sich halten soll und woran er gemessen wird. Ein nachweislich falsch ausgefülltes Testprotokoll möchte ja wahrscheinlich niemand in seinen "Records" haben.

Thanks to Doro and Berlin IA Cocktail Hour


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Synonyme?

Synonyme! - 16.12.2007, 18:22

Tags: Agenturalltag | Agenturen | Arbeitsalltag


Hier wird Verwirrung gestiftet! Es folgt die Auflistung einiger Fachbegriffe unter denen in der deutschen Agenturszene das Gleiche, aber auch etwas ganz Unterschiedliches verstanden werden kann. Vor allem, wenn unterschiedliche Disziplinen miteinander reden:

  • Exposé, High Level Konzept, Main Idea
  • Rahmenkonzept, Grobkonzept, Basiskonzept, Konzept-Lastenheft
  • Feinkonzept, Konzept-Pflichtenheft, Spezifikation, Produktionshandbuch, Produktionsvorlage, Detailkonzept
  • Scribbles, Wireframes, Funktionalskizzen, Funktionsskizzen, Storyboard, Mockup, Wirelayout
  • Mockup, Dummy, Prototyp, Klickdummy
  • Userflow, Walkthrough, Klickpfade, Clickstream, User Journey
  • Livegang, Go-Live, Roll-Out, Deployment, produktiv gehen, Launch
  • Ajax, DHTML, Javascript
  • Designkonzept, Layouts, Styleguide, Basisgestaltung, Anmutung, Look&Feel,
  • Screens, Screendesign, Visuals, Designs, Layouts
  • Metanavigation, Sekundärnavigation, Funktionsnavigation
  • Footer, Abbinder, Metanavigation, Subnavigation, Tertiärnavigation, Fußzeile

To be continued ...

Mein Vorschlag zur etwas vereinheitlichten Begriffsverwendung:

  • High Level Konzept (ist gröber als ein Grobkonzept und hat eher Empfehlungscharakter)
  • Grobkonzept (Aufgabe, Ziel, Strategie, Ansatz, Main Idea, Lösung, Mengen- und Funktionsgerüst für Konzept, Design, Frontend, Backend)
  • Feinkonzept (beschreibt alles für die Produktion Notwendige. Kann verschiedene Komponenten beinhalten, die aber genauer beschrieben werden sollten, wie z.B. Frontend-Funktionalität, Navigation, Zugänge, Rechte und Rollen, Workflows, Usecases, Redaktionsmasken, Hintergrund-Prozesse, ....)
  • Wireframes
  • Dummy (immer Fake)
  • Prototyp (kann schon echt sein)
  • Klickpfad
  • Storyboard (für filmische Anwendungen / Animationen / Spiele)
  • Livegang
  • Javascript
  • Ajax (benutzt Javascript, ist aber etwas anderes)
  • Designkonzept
  • Screens
  • Styleguide (ist ausführlicher als ein Designkonzept)
  • Metanavigation
  • Footer (Footer-Navigation)

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Was fehlt uns?

It's just a copycat country - 02.12.2007, 12:30

Tags: Me-too | Original und Plagiat | Next Big Thing From America | Kreativität | Abkupfern


Zur Entstehungsgeschichte von Sevenload, StudiVZ, Xing, Mister Wong, Photocase & Co.:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,520594,00.html

Woran liegt's?

Keine Ideen?
Kein Geld?
Kein Mut?
Keine Investoren?
Keine Selbstvertrauen?
Kein Markt ohne Vorbild-Funktion?

Aber man erinnere sich: Metropolis, Cycosmos, Geocities und Clickfish wurden oder werden stillgelegt, Wer-Weiss-Was verkauft, weil die deutschen Erfinder keine tragfähige Geschäftsidee aus ihren Angeboten entwickeln konnten. Hätten Sie die Communities weiterverfolgt und das Kapital gehabt, die Durststrecke bis zum Web 2.0-Hype zu überleben - sie wären heute alle Multimillionäre. Warum gehen eigentlich Wer-weiss-was und Netzpiloten (in der ursprünglichen guten Idee) zur Zeit nicht ab durch die Decke!!?? Weil es ohne amerikanisches Vorbild wirklich weder Vertrauen von den Investoren noch vom Konsumenten bzw. dem Markt gibt? Die Schlacht um die größte "Awareness", die Marken-Macht, das Monopol eines Web 2.0-Produkts wird nicht im Internet gewonnen - sondern in den klassischen Medien.


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In London nichts Neues?

Langeweile aus England - 25.11.2007, 00:44

Tags: Awards | Kreativität | Enttäuschung | Kreativranking | Coole Site


Was gab es Neues beim diesjährigen London International Advertising Award in der Kategorie Digital Media? Nicht viel diesmal - oder nicht viel, das direkt wegen der unmittelbaren konzepterischen Genialität begeistert. Schön sind nach wie vor die Heidies, die Diesel.com gehijackt haben. Schön, dass sich ein Kunde für diese Idee begeistern ließ, die Interaktivität, Web 2.0, Produktpräsentation und Big Brother vereint. Aber irgendwie hat sie auch einen schalen Beigeschmack, da vermutlich niemand der Besucher wirklich je geglaubt hat, die Seite sei tatsächlich gehijackt. Was soll also eine Aktion, die extrem spontan wirken soll aber offensichtlich nicht ist? Bei der sogar jede Userinteraktion vermutlich inszeniert ist und alles gestellt und geprobt sein könnte, wahrscheinlich sogar ist? Begeisterung ruft so etwas nicht hervor - selbst dem echten Big Brother nimmt man da mehr ungewollte Komik und Spontanität ab. Schade, der Ansatz war gut, eine echte Guerilla-Aktion wäre aber um ein vielfaches spannender geworden. Z.B. hätte die Site wirklich gehijackt werden können. Mit versteckten Kameras wäre die Reaktion der Techniker und Verantwortlichen gefilmt worden, die diesen "Supergau" zu beenden versuchen. Oder man hätte das peinliche, weil offensichtlich gestellte Hijacking gleich weggelassen und eine Show daraus gemacht, die inszeniert sein darf, aber Interaktionen aus dem Netz einbaut, die ernstzunehmender authentisch gewesen wären. Oder eben keine Show, sondern ein Spielfilm, der interaktiv im öffentlichen Raum nach Vorgaben der Netzgemeinde gedreht wird. Oder oder oder… Einfach nur irgendetwas, das authentischer und glaubhafter gewesen wäre - auch wenn es eine offensichtliche Marketingaktion ist.

Weitere konzeptionelle Highlights, die speziell auf das Medium Internet bezogen sind, waren in London nicht großartig zu entdecken. Interessant ist die Entwicklung, dass ohne a) Videos oder b) 3D-Anwendungen/Renderings anscheinend wenig Award-wertes produziert werden kann momentan. Die reine konzeptionelle Idee rückt in den Hintergrund und es ist ohne Bewegtbildelemente schwer in den Kreis der als top-kreativ bewerteten Ideen vorzustoßen. Beispiele dafür sind die 3D-Games "Got Milk" und "Stella Artois", sowie die Video-Produktionen "Coke vs. Coke Zero", "Ikea Closet", "Diesel.com" (Heidies), "Nastuh Abootalebi", "Dove" und "Samsung", die gemeinsam gefühlte 50% der Preisträger ausmachen.

Und wo war eigentlich die gute Idee in der "Simpsons Movie" Website? Wahrscheinlich versteckt und ich hab' mich einfach nicht intensiv genug damit beschäftigt.


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Wie entsteht Bedienkomfort?

Wasserfallmethode vs. Spiralmodell bei der Entwicklung guter Websites - 13.11.2007, 01:55

Tags: Nielsen | Phasenmodell | Feedback | Iteration | Projektplanung


Erstklassige Usability ist nur durch Evolution möglich. Erzielt entweder in Usability-Labs oder durch echtes Userfeedback in der freien Wildbahn der Anwendung. Hier ist ausschließlich die Verbesserung der Bedienbarkeit von besehenden Features, nicht aber die Weiterentwicklung oder gar Neuentwicklung von zusätzlichen Funktionalitäten für ein bestehendes Web-Angebot gemeint. Durch das Aushecken von neuen Funktionen und Features kann man nur bei sehr viel Erfahrung und Intuition aus dem Stand gute Bedienbarkeit erreichen. Die Korrekturschleife durch die Evolution macht eine Website aber erst wirklich optimal. Leider wird häufig der Fehler gemacht, dass keine Korrekturrunde eingeplant oder durchgeführt, oder diese mit einer Erweiterung der Site kombiniert wird (Soft-Relaunch), wodurch wiederum neue Funktionen erscheinen, die die Bedienkomfort-Evolution nicht durchlaufen haben und die komplette Website damit von ihrem Usability-Optimum fern halten.

P.S.
Ergänzung v. 06.09.2008:

Schreibt keine zu fette Spezifikation!

Überlegt und beschreibt nicht wochen- und monatelang, wie etwas theoretisch aussehen oder funktionieren müsste! Baut stattdessen einen funktionalen Prototypen – am besten auf dem Produktionsserver des Originalsystems und verbessert diesen dann stufenweise. Also Iterationen statt Wasserfall! So kommen schneller billigere und bessere Ergebnisse zustande. Einziger Nachteil: Es könnte sein, dass es am Ende keine komplette und allumfassende schriftliche Spezifikation dessen gibt, was eigentlich realisiert wurde. Als Trost: Auch wenn man vorab alles exakt spezifiziert, muss man anschließend meistens bei der Umsetzung einiges ändern und pflegt dann die schriftliche Spezifikation aus Nachlässigkeit oder Zeitmangel sowieso nicht nach, was ebenfalls zum Ergebnis einer nicht aktuellen Spezifikation führt.

Hiervon abgesehen gibt es unbestreitbar auch noch die Nachteile, dass man bei diesem Verfahren keinem Drittanbieter ein komplettes und finales Konzept zur Realisierung auf den Tisch knallen (und sich darann davonmachen) kann und dass das Schreiben von Angeboten für einzelne abgeschlossene Phasen schwerer fällt - zumidest wenn man in den althergebrachten Phasen denkt. Man kann nämlich durchaus "bis zum ersten Prototyp", "bis zum zweiten Prototyp" etc. Angebote schreiben.

Macht Rapid Prototyping!

Wenn ich bei privaten Projekten selber Konzepter, Designer und Entwickler in einer Person bin oder sein muss, dann konzipiere ich zuerst, anschließend gestalte ich, dann implementiere ich. Dann konzipiere ich wieder neu, was mir nicht ausreichend gefällt, designe die Änderungen und optimiere anschließend die Implementierung. Wenn es sein muss, wird dieser Zyklus auch ein drittes oder viertes Mal durchlaufen, bis ich eine befriedigende Lösung gefunden habe. Warum sollten Projekte im Team mit einzelnen Fachspezialisten bessere Ergebnisse bringen, wenn erst alles komplett konzipiert, dann komplett designt und dann komplett implementiert wird, ohne dass es Feedback- und Korrekturschleifen durch Prototypen gibt?


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Ist Alles gut?

Wider die Feature-itis - 05.11.2007, 15:10

Tags: Me-too | Konzeptionstugenden | weniger ist mehr


Viele, gerade deutsche Angebote im Internet oder nachzügelnde Me-Too Sites fallen dadurch auf, dass die darauf vorzufindenden Ideen und Funktionen von dutzenden anderen Webangeboten kopiert und auf dieser einen Seite zusammengefügt wurden. Dieses Konglomerat an Funktionalität fällt dann weder durch besondere Einzigartigkeit oder besonderen Erfolg auf. Da findet man Tagcloud, Shoutbox, RSS-Feeds, Twitter-Kopien, Empfehlungslisten, einen Routenplaner, einen oder mehrere Blogs, Google-Maps und Google-Earth, diverse Widgets und Gadgets, Gewinnspiele, Votings und Online-Games. Alles rankt sich rund um die eigentliche Idee der Website. Diese kann z.B. eine Datenbank mit Waschempfehlungen für Problemflecken sein, die für ein Marken-Spezialwaschmittel im Web erzeugt wird.

Warum wird der Fokus bei der Entwicklung der Website nicht ganz naheliegend und anders gelegt? Etwa so: Wir machen die weltbeste(!) und bekannteste(!) Fleckentfernungs-Beratungssite und setzen damit Maßstäbe. Alles andere überlassen wir denen, die alles andere besser können und wir lassen es weg, mindestens bis unser eigentliches Ziel erreicht ist. Was schwierig genug ist.

Die Bitte lautet also: Macht das, was ihr eigentlich machen wollt, besonders gut! Wenn noch Zeit und Geld übrig sind, dann macht es noch besser! Legt ggf. noch eine Betaphase oder ein weiteres Usability-Lab ein, oder brainstormt noch mal über die Kernfeatures und deren optische/haptische Präsentation. Die anderen Funktionen finden die User auch woanders. Erst wenn alles rund läuft und nicht mehr zu optimieren ist, kann man beginnen, die sinnvollen Zusatzfeatures von anderen Websites abzukupfern.

Auch bei der funktionalen Ausstattung von Websites gilt fast immer: "Klasse statt Masse" bzw. "Keep it simple"!


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Wer kümmert sich um die Usability des Backends?

Customized CMS: Der Redakteur hat's ganz schön schwör - 28.09.2007, 22:23

Tags: GUI | UI | Falsche Sparsamkeit


Meistens keiner! Bei customized CMS-Funktionalitäten sieht das Backend dann auch dementsprechend aus: Design gibt es gar keins und über die Benutzbarkeit der eingebauten Funktionen hat sich, wenn überhaupt, nur der Programmierer während der Implementierung Gedanken gemacht. Besonders schlimm trifft es Backends, die auf Kundenwunsch "dynamisch gewachsen" sind und gar keine Einheitlichkeit in der Bedienung mehr aufweisen. Die armen Redakteure.

Dabei schneidet sich der Kunde ins eigene Fleisch. Selten ist der initial geschulte Redakteur des CMS nach zwei Jahren noch am selben Arbeitsplatz. Wenn das CMS nicht selbsterklärend ist oder über eine sehr gute Hilfe oder ein Tutorial verfügt, sind große Teile der Investitionen futsch, da sie niemand mehr zu benutzen weiß. Oft ist auch das Wissen um deren Existenz gar nicht mehr vorhanden. Für die Konzeption der Usability des CMS benötigt man manchmal 10-25% vom Budget zur Erschaffung der eigentlichen Funktion im Frontend, was unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit einkalkuliert werden sollte.

Interessanterweise kann man den gleichen Fehler sogar bei IT-Produkten (wie z.B. einer großen deutschen Projektmanagement-Software für Agenturen) feststellen. Man hat sich zwar viele Gedanken über die Funktionalität aber wenige um die Bedienbarkeit gemacht hat. Da kann man über Microsoft, Adobe und Apple als Quasi-Monopolisten des Softwaremarktes meckern wie man will: Bei deren Produkten wird die Beachtung der Usability jedenfalls meist groß geschrieben.


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Is it that simple?

Usability mit "Simple Mode" - 20.08.2007, 22:59

Tags: GUI | UI | Simplicity | Neue Einfachheit | Trend | Kaufkriterium


"Wenn Sie dieses Spiel besonders schnell kennen lernen möchten, dann verwenden Sie die vereinfachten Spielregeln: Lassen Sie alle grünen und blauen Spielsteine weg und rechen Sie bei jeder neuen Runde ohne die Extrapunkte. Außerdem lassen Sie die den 'Goldkelch' und die Fragezeichenkarten aus dem Spiel und überspringen Sie alle Rätselfelder."

Bei Gesellschaftsspielen ist es schon fast eine Selbstverständlichkeit, komplexe Spielabläufe für den Anfänger mit vereinfachten Spielregeln anzubieten, um diesem einen schnellen und "frustfreien" Einstieg in das Spiel zu erlauben. Für fortgeschrittene Spieler kommen dann die normalen oder sogar erweiterte Regeln zum Einsatz, um die Spannung und den Spielspaß aufrecht zu erhalten. Die Hersteller haben erkannt, dass der Einsteiger andere Ansprüche an eine Anleitung hat, als ein fortgeschrittener Spieler. Auch bei Bedienungsanleitungen von elektrischen Geräten findet man schon häufiger die wichtigsten Funktionen auf einer einzigen Seite, einer Karte oder einem Leporello versammelt, um dort schnell nachschlagen zu können oder dem Ungeduldigen einen schnellen Einstieg zu gewähren. Der Trend, der bei Spielen und Technik-Manuals am Entstehen ist und dort gute Dienste leistet, ist bei der Gestaltung von Userinterfaces und Webseiten immernoch nur sehr selten zu beobachten, obwohl er von den Möglichkeiten des Mediums her besonders einfach zu realisieren wäre. Bedienoberflächen werden meist in aufwändiger Arbeit mit komplizierten Menüs, Befehlsstrukturen und komplexen Navigationsbäumen versehen, um hunderte von Funktionen und Informationen darin unterzubringen, von deren Existenz die meisten Benutzer meist wenig wissen und die für die allermeisten Anwender vollkommen ohne Belang sind. Als Verkaufsargument mag eine Vielzahl von Funktionen im Vergleich zu Konkurrenzprodukten nicht unwichtig sein - in der alltäglichen Benutzung sind sie meist hinderlich und die fünf bis sieben Funktionen oder Informationen, die man wirklich regelmäßig benutzen möchte, kann man nicht finden, da sie sich in den unergründlichen Tiefen der Menübäume oder ellenlangen "Additional Information"-Spalten verstecken. Was Handys, MP3-Recordern, Digitalkameras und auch Websites mit hoher Komplexität fehlt, ist ein neuer Ansatz der einfachen Bedienbarkeit, ohne dabei auf Funktionen zu verzichten. Ein einfach ein- und auszuschaltender "Simple Mode" sollte die 90% der Funktionen oder Navigationspunkte ausblenden, die nur von 10% der Benutzer gebraucht werden, um so eine einfache Bedienung ohne Funktions-Overkill zu ermöglichen. Als Nebeneffekt ließen sich dann sogar die Menüs in der Darstellung vergrößern. Die Verbesserung der Übersichtlichkeit würde nicht nur von Senioren, sondern klammheimlich auch von den meisten Normalo-Usern genutzt und begrüßt werden.

Für die Umschaltung zwischen dem einfachen und dem ausführlichen Bedienmodus bräuchte es eine Bezeichnung, die einprägsam ist und von allen Herstellern und auf allen Geräten gleichermaßen Verwendung finden kann und genauso intuitiv erkannt wird, wie ein roter Not-Aus-Knopf an einer Rolltreppe. Um eine Diskussion anzustoßen, soll hier ein unverbindlicher Vorschlag gemacht werden: Als Signet des "Simple Mode" scheint der Buchstabe "S" in auffälligen und exklusiven Farben, z.B. in himmelblau mit rosa, geeignet. Das "S" kann gleichermaßen für "simple" wie für "super" stehen und himmelblau in der Kombination mit rosa symbolisiert Leichtigkeit. Mit der Ausstattung durch die "Simple Mode"-Funktion könnte die Vereinfachung der Bedienung sogar selber ein Verkaufsargument für ein Produkt werden und damit ein Qualitätsmerkmal der Usability darstellen: Hier weiß der Neukunde, er kann erst einmal alle grünen und blauen Spielsteine weglassen und muss nicht bei jeder neuen Runde mit den Extrapunkten rechnen. Den "Goldkelch" benötigt er genauso wenig wie die Fragezeichenkarten. Und am wichtigsten: Die Rätselfelder können alle erst mal übersprungen werden.

Management Summary:

Der optional wählbare "Simple Mode" wird sich in allen GUIs früher oder später durchsetzen. Ob im Web, bei Bedienungsanleitungen, im Auto oder im Handy wird er ein neues wichtiges Kriterium für den Endkunden bei der Produktauswahl darstellen.

Studie: Handys sind vielen Nutzern zu kompliziert

P.S.
Google Adwords macht's vor! So muss eine Bedienoberfläche im "Simple Mode" aussehen! Kleiner Wermutstropfen: Die Usabitity des "Advanced Modes" ist schlecht - sieht nach "historisch gewachsen" aus. Außerdem kann man nicht mehr in den Simple Mode zurückwechseln. Das ist natürlich übel.

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Alles im Rahmen?

Ein Plädoyer für Frames - 29.07.2007, 21:45

Tags: SEO | Usability


Seit dem Ajax-Hype sind sie im Kommen, die kompakten Informationsblöcke innerhalb von Webseiten mit Karteireiter-Optik und eigener Navigation. Contents werden nicht mehr ausschließlich streng untereinander, wie auf langen Druckfahnen dargestellt, sondern in interaktiven "Boxen" aufeinander und überlappend, für den User umschalt- und zoombar. Das schafft Platz bei der Darstellung, verhindert allerdings ein gleichzeitiges Sichtbarsein der einzelnen Information ohne Userinteraktion. Diese Layer-Funktionalitäten werden zwar gerne mit dem Begriff "Ajax" in Verbindung gebracht, haben damit aber streng genommen nichts zu tun, da es bei Ajax ausschließlich um das dynamische Nachladen von Content ohne Seiten-Reload geht. Bei den Karteikarten-, Klapp- und Popup-Layern werden eher Ebenen- und Javascript-Technologien benutzt, die es eigentlich schon immer gab. Manchmal wird tatsächlich sogar beim Umschalten dynamisch Content nachgeladen, was aber eher damit zu tun hat, dass beim ersten Laden der Seite Traffic eingespart werden soll.

Einige Online-Beispiele: www.gmx.de & www.web.de , www.spiegel.de ("Blättern-Funktion"), www.welt.de ("Topstories")

Zu den berühmt-berüchtigten Frames ist es dann nicht mehr weit. Diese stellen ebenfalls größere Informationen auf kleinerem Platz dar, indem innerhalb einer Seite weitere scrollbare Bereiche zur Verfügung gestellt werden. Verteufelt werden HTML-Frames wegen ihrer Problematik bei der Search Engine Optimization, wegen erschwerten Deeplinks, wegen des problematischen history.back-Verhaltens und einigen anderen Unannehmlichkeiten. Alles Probleme, die sich lösen lassen - wenn aber auch nur mit viel ärgerlichem Aufwand. Hier wäre von Microsoft, Mozilla, W3C, Google & Co. Besserung durch die Schaffung neuer Standard-Lösungen zu erhoffen, damit die kreativen Work-Arounds durch Agenturen und Programmierer überflüssig werden. Dann könnten Frames ihre Stärken voll ausspielen: Wichtiger Content (z.B. die Navigation) kann immer im sichtbaren Bereich der Seite gehalten werden, unwichtiger Content kann verkleinert und scrollbar sein. Gerade darin unterscheiden sich Webseiten von Print-Produkten: Navigation und(!) Darstellung sind dynamisch möglich. Das Inhaltsverzeichnis kann auf jeder Seite und an jeder Leseposition sichtbar gemacht werden, unwichtiger Content wird komprimiert.

Solange HTML-Frames mit den oben erwähnten Nachteilen zu kämpfen haben, können wir zum Glück schon andere Technologien für Frames nutzen. Wer hat gesagt, dass immer die klassischen Framesets gemeint sein müssen, wenn man von exklusivenn Laufleisten für einzelne Informationseinheiten innerhalb von Webseiten spricht? IFrames oder CSS können ebenfalls eigene scrollbare Bereiche darstellen und können genutzt werden, um die Vorteile von Frames auszuspielen, ohne sich durch die Nachteile von HTML-Framesets belasten zu müssen.


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Was kostet ein Feinkonzept?

In Scheiben oder am Stück? - 08.07.2007, 21:33

Tags: Tipps&Tricks | Checkliste | Freelancer | Freiberufler


Pauschalangebote für Feinkonzepte (bzw. "Content-Konzepte", "Pflichtenheft", "Detailkonzepte", "Spezifikationen", "Produktionshandbücher" ...) sind immer eine heikle Angelegenheit für freiberufliche Konzepter. Festangestellte kennen zumindest das Problem der Aufwandsschätzung. Ist man für ein Grobkonzept ("Rahmenkonzept", "Basiskonzept", "Lastenheft") meist auf der sicheren Seite, wenn man zwei (sehr klein) bis zehn (mittelgroß) Tage schätzt, können beim Feinkonzept die Spannen größer und "schmerzhafter" werden.

Und hier eine Liste - tataaa! - aller Faktoren, von denen der Aufwand für ein Feinkonzept abhängt:

  1. Klarheit (Eindeutigkeit) des Briefings
  2. Anspruch des Kunden bzw. des Budgets (Premiumsegment oder "Brot und Butter" oder irgendwo dazwischen?)
  3. Me-too oder Innovation?
  4. Mengenschätzung des Umfangs (Anzahl Screens, Funktionalitäten, Sonderfunktionen, Prozesse, Formulare ...)
  5. Technologien: HTML, Ajax, Flash, Video (3D-Design oder Dreh?)
  6. Englisch oder Deutsch?
  7. Qualität (Vollständigkeit) des Grobkonzepts
  8. Qualität (bzw. Existenz) von Master-Dokumenten für das Feinkonzept, andere Copy-Paste Vorlagen vorhanden?
  9. Anzahl interne Abstimmungsrunden (Konzept/Design/Strategie/IT) und Annäherungsschritte, Usability-Lab geplant?
  10. Backend-Funktionalitäten auch zu spezifizieren ("Pflegekonzept")? CMS-Usability? Gruppen-/Rollenkonzept?
  11. Detaillierungsgrad (ist das FK nur Screenbeschreibung/Storyboard oder ist es produktionsfertiges Dokument mit Use-Cases, Prozessdiagrammen, Fehlerbeschreibungen, umfassender Status-Differenzierung, Wording, Content-Recherche?)
  12. Sollen Designs oder Wireframes im Feinkonzept gezeigt werden?
  13. Soll Produktionsbegleitung bei der Erstellung der Designs erfolgen?
  14. Ist mit der Realisierung ein Drittanbieter beauftragt?
  15. Soll es zusätzlich zum Feinkonzept noch eine Ergebnispräsentation geben?
  16. Anzahl Korrekturschleifen, Anzahl Genehmigungsstufen
  17. Anzahl Change Requests

Aufgrund der Vielzahl der Tätigkeiten nimmt das reine "Ausdenken" und initiale Feinkonzeption oft nur 50% der Zeit des Konzepters in der Projektphase "Erstellung Feinkonzept" in Anspruch. Die anderen 50% entfallen auf interne Abstimmung und Meetings, Erstellung des Rahmendokuments, Korrektur lesen, Feedback-Schleifen und ähnliches.

Siehe hierzu auch: Was macht ein Konzepter eigentlich? und Kennen Sie alle Vertreter der Gattung "Feinkonzept"?


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Warum Awards?

Na, eigenmotiviert? - 01.07.2007, 14:56

Tags: Kreativranking | Motivation


Im ersten Moment denkt man, Awards seien Referenzen der Agenturen, um damit den bestehenden oder potenziellen Kunden die Kreativität der Agentur unter Beweis zu stellen und im günstigsten Fall dadurch Aufträge zu akquirieren. Eventuell kann man auch Job-Bewerber beeindrucken oder von der Konkurrenz abwerben.

Aber das alles ist zu kurz gedacht! "Neulich" beim "Get Together" nach der Preisverleihung des if communication design awards war ein AD einer renommierten deutschen Agentur zu hören mit "Awards geben einem Bestätigung - gibt einem ja sonst keiner!". Der erste Teil der Aussage ist wahr, Awards sind bestimmt gut für's Ego (statistisch gesehen sollen sogar Oscar-Gewinner eine signifikant höhere Lebenserwartung haben als der Durchschnitt aller amerikanischen Schauspieler). Der zweite Teil der Aussage ist traurig, schlicht ein Zeichen von schlechter Personalführung. Kann man ohne Award keine anerkennenswerte gute Leistung abliefern?


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Lonely Life?

Wohnfläche: 400 km2 ( 2x Stuttgart ) - 27.06.2007, 23:22

Tags: Statistik | Web 2.0 | Communities | Next Big Thing From America


27. Juni 2007, 23:19 Uhr MESZ: Second Life Bewohner online now: 39,349. Weltweit. Zur besten Nachmittagszeit in den USA, am Abend in Europa. Gleichzeitig bei Xing in Deutschland: 9.560.


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Auf Englisch?

Bewerbungstraining für New York, Rio, Tokio - 24.06.2007, 15:01

Tags: Übersetzung


Wie heißt denn nun "Konzepter" auf Englisch? Wikipedia sagt "Content Developer". Aber schaut man in die englische Wikipedia unter "Content Development", dann passt die Beschreibung dort nicht so recht. Da ist ja nur von Content sammeln und SEO(!) die Rede, weniger von Strukturierung und gar nicht von Handlungsabläufen, User Experience und Markenkommunikation.

Deutsche Agenturen suchen sowieso eher "Concept Developer", wenn sie das deutsche Wort vermeiden wollen - der Begriff scheint aber im Englischen kaum gebräuchlich, bei nur 23.000 Google-Treffern im Vergleich zu 650.000 bei "Information Architect". Vielleicht gibt es das Berufsbild ja so gar nicht im angelsächsischen Raum???

Nachtrag

Lt. www.boxesandarrows.com/jobs gibt es User Experience Designer (UxD) / Interaction Designer (IxD) / User Interface Designer sowie Information Architects... mmhh...


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Was braucht ein Konzepter?

"Seite bearbeiten"! - 24.06.2007, 14:25

Tags: Konzeptionstugenden | Arbeitsalltag | Berufsfeld | Berufsbezeichnung


Interessant: Bei Wikipedia fehlte im Artikel "Konzepter" beim "typischen Anforderungsprofil" die Eigenschaft "Kreativität"! Sind doch alles nur Content-Sammler...

P.S.
Siehe auch Master of Trivial Pursuit gesucht?


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So war das also damals?

:-) - 17.06.2007, 21:01

Tags: Satire | Realsatire | Pitch | Buzz-Words | Arbeitsalltag | Agenturalltag


Fast wie im richtigen Agenturleben

Hierzu passt auch: Pixel aus Gold (Huhu Wolfgang!)


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Skip Intro?

Totgesagte leben länger - 10.06.2007, 11:47

Tags: Me-too | Mode | Trend | UI | Warten | Preloader


Intros haben etwas Altbackenes und Antiquiertes. Kein Konzepter empfiehlt sie, aber irgendwie sind sie anscheinend nicht totzukriegen. Alles auf Kundenwunsch?

Eigentlich stört so ein Intro ja auch niemanden. "Skip Intro" ist sogar zu einem bekannten sprachlichen Ausdruck in der Kultur ausserhalb der Netzwelt geworden. Wenn Google-Durchsuchbarkeit und hohe Absprungraten keinen interessieren, kann man sich bestimmt ganz tolle Intros ausdenken, ohne dass sie schaden. Und der Auftraggeber ist oft ganz hingerissen von der kleinen Anfangsanimation. Im Zuge der Retro-Manie ist sowieso bald wieder mit einem neuen Intro-Hype zu rechnen. Warum noch zögern?


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Sind Ladezeiten noch ein Thema?

Die Startseite von Spiegel-Online hat 900 KB - na und? - 05.06.2007, 22:01

Tags: Kilobyte | Preloader | Kosten | Warten | ISDN


Die 900 KB für Spiegel-Online sind der Presse entnommen und nicht selber gemessen. Sie erscheinen aber irgendwie plausibel. Das Ladezeitenargument hört man manchmal noch aus der Technik-Abteilung, wenn es um HTML und CSS geht. Erinnert sich jemand? "WWW" stand einmal für "World Wide Waiting". Heute schränken Ladezeitüberlegungen die Kreativität im Agenturalltag im Allgemeinen aber nicht mehr ein. Wenn man den Statistiken glauben darf, haben allerdings erst 60% der Konsumenten einen DSL-Anschluss. Schließen wir also mit unseren riesigen Startseiten 40% der Surfer vom Vergnügen aus? Es lässt sich nicht leugnen: So ist es wohl! Aber die 40% der Surfer entsprechen nicht 40% der meist anvisierten Zielgruppe. Vermutlich entfallen auf diese nämlich weniger als 10% der online verbrachten Zeit (vielleicht auch, weil den Betroffenen der Warte-Streß zu hoch ist). Alle, die viel im Internet unterwegs sein wollen, haben sich halt schon einen Breitbandanschluss besorgt und haben keine Probleme mit großen/fetten/schweren Sites. Gott sei Dank! Alles ist erlaubt - denn es passt durch die Leitung!

P.S.
Kriegen die Website-Betreiber eigentlich ihren Traffic geschenkt? Zahlt wahrscheinlich nicht deren Marketing-Abteilung. Es ist erstaunlich, was durch uralte Vertragskonditionen beim Hosting und unnötig aufgeblähtes HTML immernoch für Summen verschleudert werden können.

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Darf ein Konzepter nicht mitmachen beim Mitmach-Web?

Die Zwänge, die das Web 2.0 ausübt - 03.06.2007, 20:12

Tags: Social Network | Weiterbildung | Freizeit


Darf man als Internet Konzepter eigentlich keinen XING (sprich "Cross-ing" - erschließt sich ja nicht sofort!) Account haben? Kein YouTube nutzen, kein flickr, kein del.icio.us, kein StudiVZ, kein Xing, kein myspace, kein facebook, kein Mister Wong, kein sevenload, kein StumbleUpon, kein Second Life, kein twitter, kein photocase, kein digg und keinen Podcast oder RSS-Feed abonniert haben? Darf man das als Konzepter? Vermutlich schon. Obwohl einige dieser Services gar nicht so unpraktisch sind. Wenn man allerdings selber Web 2.0-Anwendungen konzipiert, dann sollte man doch darüber Bescheid wissen. So erklärt sich wohl die große Anzahl von Testaccounts, die man hat - auch wenn man sie alle privat nicht nutzt. Aber aus Projekten für Shops, Games, Communities, Magazinen, Handelsplattformen, Auktionshäusern, Banken, Web-Portalen, Online-Zeitungen und Markenwelten hat man ja sowieso genügend Testaccounts erstellt. Da fallen die vom Web 2.0 dann auch nicht weiter auf.

Muss man eigentlich einen Blog schreiben? Naja, immerhin spricht ja auch nichts dagegen, mitzumachen beim Mitmach-Web.

Hier ist übrigens echt viel Web 2.0 zu finden: www.web2null.de


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Wie viele Konzepter gibt es eigentlich?

Die liebe Zielgruppe - 02.06.2007, 18:32

Tags: Statistik | Konzepter-Population | Agenturen | Berufsfeld | Agenturalltag | Arbeitsalltag


Annahme: Nur die größten 100 deutschen Internetagenturen setzen reine Konzepter ein, um inhaltlich Webauftritte zu gestalten. Bei noch kleineren (und sogar bei einigen der Top Twenty) wird diese Arbeit oft von Projektmanagern, Redakteuren oder Designern in Personalunion mit übernommen. Oft ist die Konzeption dann aber mehr notwendiges Übel als Leidenschaft.

Die größeren Agenturen der Top-100 dürften ca. 10 bis 15 Konzepter beschäftigen, die kleineren vermutlich eher 1 bis 2. Ergibt ganz grob gemittelt einen Wert von vielleicht durchschnittlich 6 Konzepterinnen und Konzeptern pro Agentur. Multipliziert mit 100 macht das also 600 festangestellte "reinrassige" Konzepter in Deutschland. Dazu kommen schätzungsweise halbsoviele Freiberufler und einige, die zwar leidenschaftlich aber nicht hauptamtlich Konzeption betreiben. Alles zusammen also gut 1.000 Personen, die in einem Hotel-Anmeldeformular als Berufsbezeichnung "Konzepter" eintragen würden. Erscheint diese Rechnung plausibel? Wer bessere Zahlen hat, bitte melden!

Nachtrag (06/2008)

Inzwischen gibt es natürlich auch eine Menge Konzepter, die auf Kundenseite ausschließlich inhaltlich mit den Webauftritten ihrer Arbeitgeber beschäftigt sind. Wer traut sich, ihre Zahl zu schätzen? Noch einmal 500?

Zweiter Nachtrag (09/2009)

Natürlich gibt es auch Informationsarchitekten oder UX-Designer, die sich gar nicht als "Konzepter" bezeichnen. Mir schwant, dass die gesamte Zielgruppe inzwischen doch mehr als 2.000 Personen umfassen könnte.


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Warum dieser Blog?

Eine Art Rechtfertigung - 02.06.2007, 16:32

Tags: Off-Topic | Me-too


Die Antwort ist relativ einfach: Auf der Suche nach speziellen Angeboten und Informationen im Internet, die sich an deutschsprachige Webkonzepter wenden, findet man wenig, das sich inhaltlich mit dem Arbeitsleben, der kreativen Inspiration oder dem Austausch innerhalb dieser Gruppe beschäftigt. Sollte jemand über ein solches Angebot stolpern, dann bitte Bescheid geben! Das könnte diesen Blog dann eigentlich überflüssig machen.

Womit sich dieser Blog nicht beschäftigt:

Usability, Barrierefreiheit, Informationsarchitektur und Web-Technologien sollen nur am Rande behandelt werden. Hier gibt es hinreichend Angebote im Netz und im Print. Ausgeschlossen sind solche Themen natürlich nicht. Nur keine Dogmen!

Was denn dann?

Arbeitsleben, -methoden und -umstände von Konzeptern, außerdem kreative Web-Lösungen, experimentelle User Interfaces, neue Ideen und Ansätze für interaktive Kommunikation, cooles Webdesign, digitale Markenführung, Trendreports, New User Experience, Digital Arts, Cross-Channeling Innovationen und was sonst noch an Themen existiert, die die Kreativität eines Konzepters beflügeln können und Quelle zur Inspiration darstellen. Und ein bisschen Nabelschau...

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